Welche wahren Absichten Menschen haben, wenn sie
über Transsexualität (und anderen geschlechtlichen Besonderheiten)
sprechen, offenbart sich, wenn man sich genauer anschaut, wie diese
Menschen geschlechtliche Begriffe verwenden. Eine besondere Frage in
diesem Zusammenhang ist: Wann sprechen Menschen vom sogenannten
biologischen Geschlecht? Und: Was meinen sie damit? Basiert die
Verwendung des Begriffs "biologisch" auf biologischen Tatsachen oder eben doch auf einer geschlechtspolitischen Ideologie?
"Unter Transsexualität versteht man ein Phänomen, dass Menschen
einen biologisch völlig unauffälligen Körper haben, aber von sich aus
das Gefühl haben im falschen Körper zu leben. Und ein biologischer Mann
sagt, ich bin eine Frau und eine biologische Frau sagt, ich bin
eigentlich ein Mann."
(O-Ton Deutschlandfunk, Juli 2008)
Warum bezeichnet die Psychoanalytikerin eine transsexuelle Frau als
"biologischen Mann"? Gibt es dafür eine biologische Grundlage, eine
Frau als Mann zu bezeichnen? Ist eine transsexuelle Frau wirklich ein
biologischer Mann?
2. Wie definiert die deutsche Sexologie das Geschlecht des Menschen?
Was meint hier beispielsweise Bernd Meyenburg, "Behandler" von
transsexuellen Kindern dazu? Was ist denn nun ein transsexuelles Kind,
das sagt "ich bin ein Mädchen"?
"Sie sehen doch das Kind hat einen Penis, also ist es kein Mädchen"
(O-Ton Telefonat mut23, 2008)
Hat die deutsche Sexologie mitbekommen, dass das Geschlecht eines
Menschen aus mehr als aus einer geschlechtlichen Facette besteht? Ist
es bekannt, das es Menschen gibt, bei denen nicht alle geschlechtlichen
Facetten hundertprozentig zusammenpassen müssen?
3. Warum folgen andere Mediziner den scheinbar "biologischen"
Definitionen, anstatt die Sachlage wirklich einmal objektiv und
wissenschaftlich zu betrachten? Hier einmal Dr . Frank von Dorp,
Urologe am Uniklinikum Essen:
"Es handelt sich ja bei der Transsexualität und eine
Identitätsstörung des Geschlechtes. Also nicht um eine
Befindlichkeitsstörung, sondern tatsächlich um eine Erkrankung. Die
Patienten fühlen sich in ein falsches Geschlecht hineingeboren, was
dann in zunehmendem Alter, auch mit der persönlichen Entwicklung, zu
einem Leidensdruck führt, der die Patienten dann letztlich in die
Situation bringt, etwas aktiv dagegen zu unternehmen."
(Aufnahme der ARD am 22. November 2007)
Zu behaupten eine transsexuelle Frau, wäre ein "biologischer" Mann,
wird also die Grundlage dafür, später die Behauptung aufstellen zu
können, dieser "Mann" hätte eine Identitätsstörung, wenn "er" äussert
"Ich bin eine Frau". Dass diese "biologische" Grundlage bislang nie
bewiesen wurde, sondern durch alle wissenschaftlichen Untersuchungen ,
die beispielsweise auf dem Gebiet der Neurowissenschaft hierzu
stattfanden, sogar widerlegt wurde, trotzdem aber immer noch an dem
Märchen festgehalten wird, transsexuellen Menschen ein Geschlecht
unterzuschieben, dass sie nie hatten, um sie hinterher für
"identitätsgestört" zu erklären, ist also nicht Produkt einer
biologischen Betrachtung von Tatsächlichkeiten sondern lediglich
Ausdruck einer machtpolitischen Ideologie. Dass es Menschen gibt, die
beispielsweise mit Genitalien geboren werden, die von ihrem
Geburtsgeschlecht abweichen, wird hier bewusst weiter ignoriert - oft
leider eben auch von solchen Medizinern, die behaupten auf der Seite
der Menschen zu stehen, die mit geschlechtlichen Uneindeutigkeiten
geboren werden. Es lohnt sich hier einmal genauer zu prüfen, wie
Menschen argumentieren - wer transsexuelle Meschen bewusst falsch
geschlechtlich zuordnet, hat nicht das Interesse objektiv zu sein.
"Ich kann nur raten warum die Medizin bislang kein Interesse daran
hatte, das Konzept der angeborenen Geschlechtsidentität anzunehmen.
Möglicherweise ist eine Mixtur von Faktoren verantwortlich, darunter
folgende:
(1) Der Fakt, dass man Geschlechtsidentität nicht anfassen kann
(2) Die Neuigkeit der Beweise
(3) Die Notwendigkeit erst einmal weiter zum Thema zu forschen, und
(4) Ärzte könnten auch eigennützige Absichten haben (zum Beispiel: Das
Einkommen von Chirurgen hängt von chirurgischer "Korrektur" der
Genitalien von Babys ab, Psychologen machen Geld mit der Therapie von
Opfern die unglücklich sind, weil die ganze Welt sie als sexuelle
"Freaks sieht")."
(Es handelt sich um eine Antwort von Veronica Drantz, Ph.D auf Fragen von Sarah)
Jeder Mensch hat ein gesundes Wissen darüber, welchem Geschlecht er
angehört. Zu behaupten, es gäbe eine Gruppe von Menschen, die dieses
Wissen nicht hätte und hier angebliche biologische Argumente
anzubringen, um diese Behauptung wahrheitsgetreuer erscheinen zu
lassen, ist in Wirklichkeit der Versuch, Menschen ihr Selbst zu rauben
und bei näherer Betrachtung alles andere als eine wissenschaftliche Tatsache .
Realistisch betrachtet ist es vielmehr der ideologisch genährte
Versuch, Menschen in künstliche Abhängigkeiten zu bringen, um über sie
herrschen zu können: Seelenlose Herrenmenschen brauchen Schubladen um
ihre Machtansprüche zu sichern, deren Grundlage alles andere als in der
Biologie verankert ist.
Interessanterweise stösst das Konzept der hierarchischen Einteilung in
ein quadtratisch-prakisches Weltbild immer noch auf viel Unterstützung,
seltsamerweise oft bei denjenigen, die selbst unter der
geschlechtlichen Fremdzuordnung zu leiden haben. So gibt es Menschen,
die sich selbst als "intersexuell" bezeichnen, die aber nicht schaffen
zu erkennen, dass beispielsweise die Behauptung ein transsexueller Mann
wäre "als Frau geboren" (beispielsweise zu behaupten Thomas Beatie wäre
eigentlich "eine Frau", da er Kinder gebar) nicht biologischen
Tatsachen entspricht, sondern auch ein Produkt der Ideologien einer
Psychoszene ist, die bis heute schafft Menschen geschlechtlich
zwangszuzuordnen und zu vereindeutigen - ob mit Skalpell oder indem
Menschen eine Identitätsstörung unterstellt wird, die es gar nicht gibt
(schon gar nicht "biologisch").
Anhang:
Welches psychische Leid die Psychoanalyse und ihre massgeblichen
Protagonisten direkt verursachen, zeigt sich unter anderem in einem
Text des Psychoanalytikers Friedemann Pfäfflin, der 2008 im Buch
"Sexualitäten" (Psychosozial-Verlag) unter dem Abschnitt
"Transsexuelles Begehren" Beispiele transsexueller Frauen anführt, die
er allesamt als Männer bezeichnet. So schreibt er beispielsweise über
Lili Elbe:
"Eine der ersten dieser Biografien ist die des dänischen Malers
Einar Wegener, alias Lilli Elbe, der sich zu Beginn der 1930er Jahre in
Dresden operieren ließ."
Dass Lili tatsächlich als Frau geboren sein konnte interessiert ihn
dabei genauso wenig wie eine Vermutung, die auf der englischsprachigen
Wikipedia zu finden ist:
"It is believed that Elbe was probably intersexual; she looked more
female than male, and may have had Klinefelter's Syndrome or some other
SRY gene transfer condition."
Weitere Frauen, die Pfäfflin als Mann betitelt sind Christine Jorgensen, Roberta Cowell, Jane Morris, und andere.
Pfäfflin zeigt zudem in seinem Buchkapitel, wie er jegliche biologische
Ursache für Transsexualität zwangsläufig aussschliessen muss, damit
seine Behauptungen über die angeblichen Geschlechtswechselwünsche noch
irgendeinen Sinn machen. So kann für ihn eine transsexuelle Frau per
Definition nicht als Frau geboren sein, sonst gäbe es ja keine
Menschen, die, wie Pfäfflin selbst sagt, sich wünschen würden, dem
"anderen Geschlecht" anzugehören.
"Es ist eine phänomenologische Diagnose, in der zwar nicht vom
Begehren die Rede ist, aber von drei Wünschen, nämlich erstens dem
Wunsch, als Angehörige/r des andern Geschlechts zu leben und anerkannt
zu werden, zweitens dem Wunsch nach hormoneller Behandlung und drittens
dem Wunsch nach chirurgischer Geschlechtsangleichung. Keine einzige
andere Diagnose der ICD-10 speist sich aus Wünschen oder ist gar - wie
im Märchen - aus drei Wünschen abgeleitet und darüber definiert."
Der Psychoanalytiker Friedemann Pfäfflin
ist Kollege von Hertha Richter-Appelt und war früher selbst im UKE
Hamburg tätig. Er ist zudem Bekannter von Ken Zucker (ähnlich wie auch
Bernd Meyenburg), der reparative Therapien an transsexuellen Kindern durchführt,
welche darauf abzielen, dass sich beispielsweise transsexuelle Mädchen
doch bitte schön wie ihr Penis zu verhalten hätten (siehe: Aussage
Bernd Meyenburg weiter oben in diesem Artikel). Zusammen mit Ken Zucker
ist Pfäfflin Mitglied der APA-Gruppe, welche bis 2012 im Buch der
psychischen Störungen (das DSM) den Begriff
"Geschlechtsidentitätsstörung" weiter etablieren will. Allen hier
genannten Personen ist gemeinsam, dass sie abstreiten, dass es Mädchen
gibt, die mit Penis und Hoden geboren werden.
Wer transsexuelle Frauen als Männer bezeichnet und nicht nachvollziehen
kann, warum eine Frau auch rechtlich als Frau behandelt werden will,
insbesondere wenn sie sich in ein medizinisches Verfahren - von der
Hormontherapie bis zur genitalangleichenden Operation - begibt, und
hier auch als Frau behandelt werden will und nicht als
"identitätsgestörter Mann", muss sich nicht wundern, wenn man ihm
unterstellt hier Menschenrechtsverbrechen zu begehen. Wenn das
Schicksal transsexueller Menschen dazu missbraucht wird, Theorien (eben
die um den Begriff "Geschlechtsidentitätsstörung") aufrecht zu
erhalten, obwohl sowohl Patienten - die ja selbst seit Jahrzehnten
äussern, wer sie sind, wenn sie z.B. trotz Vorhandenseins eines Penis
sagen "Ich bin eine Frau" - und zudem mittlerweile auch echte
biologische Fakten wie Untersuchungen aus der Neurowissenschaft und
Humangenetik, gegen diese psychoanalytischen Theorien sprechen, lässt
sich daraus ableiten, dass das System "Transsexualität" und die daraus
folgenden Gesetzte (wie das deutsche Transsexuellengesetz )
bisher nicht denen dienen, die von Transsexualität betroffen sind,
sondern denen, welche immer noch die Existentz von Menschen abstreiten
wollen, die aber tatsächlich real und biologsich existieren.
Ohne die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu betrachten, die zur Zeit der sogenannten "sexuellen Revolution" herrschten, lässt sich nur schwer nachvollziehen, wie denn das bisherige psychologische Gutachterverfahren zustande gekommen war. Hinter F64.0 und dem Begriff "Geschlechtsidentitätsstörung" steckt das Konzept der nicht-angeborenen Geschlechtsidentität, ausgehend von einem Modell Sigmund Freuds, der Erklärung über das Äussere. Viele Untersuchungen aus der Hirnforschung, der Neurowissenschaft und Humangenetik stehen der These, dass Geschlecht nicht angeboren wäre, wie sie die Psychoanalytiker vertreten, entgegen, werden aber von vielen Sexualwissenschaftlern, die auch am Transsexuellengesetz mitgearbeitet haben - und damals als Hauptansprechpartner des Gesetzgebers galten - bis heute geleugnet.
Selbst persönliche Fälle, wie z.B. das des Zwillingsjungen David Reimer , bei dessen Geburt der Penis derart beschädigt wurde, dass er auf Anraten Moneys als Mädchen grossgezogen wurde, werden verdrängt. Doch schien das Modell der Erziehung zur Geschlechtsidentität, welches Money vetrat, nicht zu funktionieren - David fühlte sich nicht als Mädchen, obwohl die Eltern auf Anraten Moneys alles taten, um ihm die Wahrheit über den Unfall zu verheimlichen. David nahm sich später das Leben.
Wissenschaftliche Hinweise, Fälle wie der des David Reimer und letztendlich aussagen der Betroffenen wie "ich bin im falschen Körper" geboren, werden von den konservativen Psychoanalytikern bis heute nicht ernst genommen, sehen sie beispielsweise die Aussage "ich bin im falschen Körper geboren" nicht als Aussage eines Menschen, der weiss, dass er mit gegengeschlechtlichen Genitalien geboren wurde, sondern lediglich als Aussage eines Menschen, der unglücklich mit seiner ihm zugewiesenen Geschlechtsrolle ist, oder sich mit dieser Geschlechtsrolle nur ungenau beschrieben fühlt.
Wie soll ein Mensch dazu in der Lage sein, zwei entgegengesetze Vorstellungen zeitgleich als wahr anzunehmen? Der aufmerksame Zeitgenosse wird wohl sagen, daß dies unmöglich ist, und damit dürfte er richtig liegen. Grundvoraussetzung für die Erschaffung des Transsexuellengesetzes des Jahres 1980 war ein Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichtes (1978, 1 BvR 16/72), welches sich auf Erkenntnisse der "führenden Sexologen" stützte, die auch heute noch als Experten angesehen werden. Dieses Urteil führte aus, daß die Psyche eines Menschen (die sich ja irgendwo im Gehirn befinden muß), "wenn nicht sogar in stärkerem Maße als die körperlichen Geschlechtsmerkmale" das soziale Geschlecht (=gender) bestimmt. Nun müsste ja eigentlich dabei ein Gesetz herausgekommen sein, welches genau diese Tatsache berücksichtigt. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil herausgekommen. Die Einbettung eines medizinischen Verfahrens (F64.0 - Geschlechtsidentitätsstörung), welches den Körper als geschlechtsbestimmend ansieht.
1.) Transgenderism and Transsexuality in Childhood and Adolescence: Making Choices
"Boys"? Wenn es als nichtvereinbar mit dem Menschenrecht angesehen wird, daß ein Mensch gegen seinen Willen in der Öffentlichkeit als das Geschlecht behandelt wird, dem er psychisch nicht angehört, stellt sich die Frage: Ist die medizinische Behandlung davon ausgenommen, auch wenn es sich gerade hier ja um einen Zeitraum handelt, der eigentlich der Rechtssicherheit bedürfte?
2.) Handbuch Gerichtliche Medizin: Band 2
Transsexuelle "Frauen"? Transsexuelle "Männer"? Sind sich die Psychologen, die sich des Themas angenommen haben, darüber im Klaren, welche Verantwortung sie auf das Bild über Transsexualität in der Öffentlichkeit haben? Wäre es nicht an der Zeit endlich den 1978 ja bereits begonnenen Schritt konsequent weiterzugehen um somit zumindest zu ermöglichen, daß Transsexuelle nicht weiterhin "zwangsverfreakt" werden und zu Menschen erklärt werden, die zum einen existieren, zum anderen aber auch wieder nicht? Daß die Psyche/das Gehirn des Geschlecht bestimmt ist eine Erkenntnis, die nur dann wirklich eine ist, wenn in der Praxis Wissen daraus wird und dem Erkennen das logische sowie konsequente Handeln folgt.
Die Frage, welche Sichtweise im Zusammenhang mit einer Geschlechterdefinition die für die Allgemeinheit bestimmende ist, kann nicht losgelöst vom historischen Zusammenhang gesehen werden. Weltbilder, also das, was als offiziell bestimmend angesehen wird, stehen immer auch unter dem Einfluss gesellschaftspolitischer Interessen. Interessant ist dabei der Ausflug in die Genetik des ersten Drittels des letzten Jahrhunderts. Hier ein kurzer Ausschnitt einer Pressemitteilung, des Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte, die bereits im Januar 2002 veröffentlich wurde:
Rassen, Hormone, Gene und Geschlecht: Forschungen an den Kaiser-Wilhelm-Instituten für Biologie und Biochemie 1933-1945
Am 17. Januar berichtete die Biologin und Wissenschaftshistorikerin Helga Satzinger im WissenschaftsForum Berlin über vererbungsbiologische Forschungen an den Berliner Kaiser-Wilhelm-Instituten für Biologie und Biochemie. Insbesondere ging es darum, wie sich die Vorstellungen von der Ordnung der Gene, Enzyme und Hormone aufgrund personeller Veränderungen in der Direktion der Institute verschoben haben. Letztere waren Folge des nationalsozialistischen Antisemitismus. Die politisch brisanten Fragen von Rassereinheit und -mischung, die Eindeutigkeit geschlechtlicher Identität, die Suche nach chemischen "Wirkstoffen" und eindeutigen Genen spielten in den Forschungen eine entscheidende Rolle.
1936 und 1937 übernahmen Adolf Butenandt (1903-1991) und Alfred Kühn (1885-1968) die Stellen des Biochemikers Carl Neuberg (1877-1956) und des Genetikers Richard Goldschmidt (1878-1958). Beide waren entlassen worden und emigrierten in die USA. In enger Zusammenarbeit versuchten Kühn und Butenandt zu klären, wie die "Erbfaktoren" die Ausbildung erblicher Merkmale bewirkten. Sie leisteten damit einen Beitrag zu der Vorstellung von der Wirkungsweise der Gene, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als "ein-Gen-ein-Enzym-Hypothese" die Genetik dominierte.
Richard Goldschmidt dagegen hatte eine Vorstellung von den Genen entwickelt, wonach diese selbst Enzyme sind und nur im Zusammenhang mit den gesamten erblichen Faktoren des Organismus eine bestimmte Funktion bekommen. Wird durch entsprechende Kreuzungsverfahren der Kontext geändert, ändert sich auch die Wirksamkeit des Gens. Goldschmidts Forschungsansatz basierte auf der Frage, wie Geschlecht vererbt und in der Individualentwicklung ausgebildet wird. In umfangreichen Versuchsserien wurden Tiere verschiedener geographischer Populationen der Mottenart Lymantria dispar gekreuzt. Dabei entstanden Individuen uneindeutigen Geschlechts, sogenannte "Intersexe". Goldschmidt schloß, daß die Vererbung des Geschlechts nicht einfach die Frage eines vorhandenen oder fehlenden Geschlechtschromosoms bzw. Gens sei, sondern daß Gene komplizierter sein mußten.
In folgenden ein Interview mit Eric Vilain, Wissenschaftler der UCLA, welches gut aufzeigt, welche Fehler bei der Geschlechtsbestimmung eines Menschen zu machen sind. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Geburtseintrag ist damit anzumerken, dass die wahre Geschlechtsidentität das Wissen über sein Selbst (Bewusstsein) ist, und somit auch gesagt werden kann, dass Frauen mit Penis geboren werden können und Männer mit Gebärmutter. Selbst die Chromosomenbetrachtung lässt aus heutiger Sicht nur folgenden Schluss zu: Das einzige anwendbare Kriterium, welchen Geschlechts ein Mensch von Geburt an angehört, ist das Wissen des Menschen über sich selbst.
Interview with Eric Vilain, MD, PhD Vilain is an assistant professor of Human Genetics at UCLA. His laboratory is exploring the genetics of development of the reproductive axis using the analysis of patients with disorders of sexual development, and the study of animal and cellular models. He is also testing the hypothesis that there may be genetic influences on behavioral differences between males and females, in addition to the direct influence of sex steroids.