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03.11.2009
Hier ein Internetfundstück, welches Hoffnung macht. Es handelt sich um folgendes Schriftstück:

"Declaration of the Trans Rights Conference - 28th October 2009, Malta"

Die Deklaration über die Rechte von trans-Menschen kann hier im Original angesehen werden: Link

Interessant ist hier u.a. folgender Abschnitt:

"We, the participants of the European Trans Rights Conference, yearn for a Europe free from all discrimination, where all people are valued equally irrespective of their gender identity and gender expression. We envision a Europe where people of all gender identities and gender expressions are fully respected and can live freely without any violations to their human rights and institutions' interferences in their private lives, in accordance with the Yogyakarta Principles. We want a Europe where health insurance funded adequate hormonal and surgical medical assistance is available in a non-pathologizing manner to all those trans people who seek it, and where no trans person is required to undergo any compulsory medical treatment (such as sterilization or gender reassignment surgeries) or a mental disorder diagnosis in order to change legal gender and/or name."

In dem Papier wird u.a. gefordert den ICD-Code F64.0 abzuschaffen (wie auch seit 2006 von mut23 gefordert) und "Transsexualität" in einen anderen Bereich des ICD zu verschieben um damit aufzuhören transsexuelle Menschen als "psychisch krank" ("Geschlechtsidentitätsstörungen") zu diagnostizieren und Transsexualität damit die Chance zu geben, als in der Natur vorkommende geschlechtliche Variante anzuerkennen.

Zudem wird ebenso gefordert, die gesetzlichen Regelungen zu Vornamens- und Personenstandsänderung so zu ändern, dass jeder Mensch frei und ohne menschenverachtende Vorbedingungen, wie z.B. in Deutschland die Bedingung sich psychiatrisch begutachten zu lassen und sich vorher medizinischen Eingriffen (wie Zwangssterilisationen) unterzogen haben zu müssen, seine Papiere ändern lassen kann. Bislang gab es nur zwei Parteien in Deutschland, nämlich die Grünen und die Linke, die den im Malta-Papier aufgeführten yogyakarta-Prinzipien und den Forderungen von Menschenrechtlern aus Europa (wie dem Menschenrechtskomissar des Europarates Thomas Hammarberg ) und der UN (wie dem CEDAW-Frauenrechts-Ausschuss) gefolgt sind - somit ist diese Deklaration ein wirklich wichtiges Werk zur Gleichstellung von trans-Menschen.

Was leider noch fehlt in diesem Papier ist das Thema "reparative" Therapien (bzw. Umpolungstherapien), die bei transsexuellen und homosexuellen Menschen in Deutschland immer noch durchgeführt werden. Zwar behaupten diejenigen, welche diese Therapien in Deutschland propagieren keine solche Therapien durchzuführen, allerdings scheint diese Aussage eher eine Art "Trick" darzustellen, da man einfach behauptet: Menschen werden "transsexuell" und könnten, bevor sie "so" werden noch therapiert werden. Somit werden in Deutschland offiziell keine Umpolungsversuche an "transsexuellen" Menschen vorgenommen, sondern man versucht quasi vorher schon zu therapieren, solange Kinder noch nicht "transsexuell" wären. Dies nennt sich dann "Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindes- und Jugendalter".

Im Buch "Sexualmedizin Von Klaus M. Beier, Hartmut A. G. Bosinski, Kurt Loewit (2005)" werden diese Therapien, die sich auf den Kanadier Kenneth Zucker beziehen, näher dargestellt:

"Wenn die geforderten diagnostischen Kriterien erfüllt sind, sollte die Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter möglichst früh behandelt werden. Dabei kann es nicht darum gehen, dem Kind rollenatypisches Verhalten oder den Wunsch nach Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu 'verleiden', sondern darum, sein Zugehörigkeitsgefühl zum Geburtsgeschlecht zu bestärken".

Dass das Geschlecht eines Menschen sich nicht auf die Genitalien bzw. Chromsomen reduziert werden kann wird hier ebenso wenig beachtet, als die durch Studien belegte hohe Wahrscheinlichkeit der Angeborenheit von "Transsexualität". Die Folgen von Umpolungstherapien sind für die betroffenen Kinder dann häufig schwerwiegend und oft sind diese Menschen noch im späteren Leben stark traumatisiert und selbstmordgefährdet.

In zukünftigen Deklarationen und Menschenrechtsberichten wäre daher mein Wunsch, die Forderungen noch zu erweitern, damit diejenigen, welche transsexuellen Kindern noch heute massivem psychischen Druck aussetzen, sich dafür dann auch irgendwann einmal zu verantworten haben.

Trotzdem: Die Malta-Deklaration ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Anerkennung der Rechte von trans-Menschen. Er spiegelt ziemlich gut die Forderungen wieder, die hier seit 2006 auf mut23.org zu finden sind.

Link: http://www.tgeu.org/MaltaDeclaration


 
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