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15.12.2009
Wie manche Vereine, die für sich den Anspruch erklärt haben, das Sprachrohr für die Belange transsexueller Menschen zu sein, gegen die Interessen transsexueller Menschen handeln, zeigt sich auch an dem Beispiel, wie sich manch Vereinsvertreter von Interessen einer Lobby kaufen lässt, die weiterhin behauptet, transsexuelle Frauen wären "Männer mit Identitätsstörung" und transsexuelle Männer wären "Frauen mit Identitätsstörung" (eine Lobby, die damit massiv gegen internationales Menschenrecht verstösst, in dem sie nicht willig ist, die Geschlechtsidentität eines Menschen als bestimmendes geschlechtliches Merkmal anzuerkennen, obwohl dies von Menschenrechtsorganisationen und sogar den Vereinten Nationen längst gefordert wird)

Die konkreten Auswirkungen dieser Anbandelung mit einer "Geschlechtsidentitätsstörungs"-Lobby können im konkreten negativen Auswirkungen haben. Ein Beispiel:

Hormone:

Transsexuelle Frauen werden weiterhin als "Männer mit Identitätsstörung" behandelt, da ihnen bisher weiterhin durch das Transsexuellengesetz verwehrt wird, ihren Geschlechteintrag rechtzeitig und selbstbestimmt ändern zu lassen. Die Hormonbehandlung eines "Mannes" (der ja in Wirklichkeit eine transsexuelle Frau ist) wird von den MKS und Krankenkassen noch mehr erschwert - denn wozu bräuchte ein "Mann" (mit Identitätsstörung) z.B. Östrogene?

Was ist zu tun?

Eine transsexuelle Frau ist eine Frau - eine Hormonbehandlung ist hier keine Hormonbehandlung eines "identitätsgestörten Mannes", sondern die Behandlung einer Frau. Damit diese Frau nun auch als Frau behandelt werden kann, braucht diese Frau richtige Papiere, die ihr Geschlecht ausweisen. Damit sie diese Papiere erhalten kann, muss diese Frau die Möglichkeit haben, ohne medizinische Bedingungen oder anderer Voraussetzungen ihren Geschlechtseintrag auf dem Standesamt ändern zu lassen, damit sie während der medizinischen Behandlung auch als Frau respektiert wird, die sie nun mal ist (lediglich die Grünen und die Linken hatten in der letzten Legislaturperiode genau dies gefordert. Der Gesetzesvorschlag der Grünen ist hier zu finden: Klick)

Interessant ist, dass bei einem Fachgespräch in Berlin (in dem es u.a. um neue Richtlinien der Krankenkassen ging) am 17.11.2009 scheinbar auch Vertreter von Vereinen anwesend waren, die bis heute kein oder nur wenig Interesse zeigten, dass transsexuelle Frauen nicht mehr als "geschlechtsidentitätsgestörte Männer" bezeichnet werden und transsexuelle Männer nicht mehr als "geschlechtsidentitätsgestörte Frauen" (Daneben waren u.a. auch Vertreter des Institutes für Sexualmedizin der Charité anwesend, ein Intitut, das bis heute Umpolungstherapien an "geschlechtsidentitätsgestörten Kindern" anbietet. Wie u.a. im Buch "Sexualmedizin" von Klaus Beier, dem Leiter des Institutes auf Seite 411 nachzulesen ist).

Es ist schlimm, welche negativen Auswirkungen seit den 90er-Jahren, als der Begriff "Geschlechtsidentitätsstörung" bzw. "gender identity disorder" erst so richtig von Multiplikatoren weiterverbreitet wurde, immer stärker zu spüren sind - eben auch auf dem medizinischen Bereich - das obige Beispiel sollte dies verdeutlichen.

Wer sich nicht weiter gefallen lassen will als transsexuelle Frau als "Mann mit Identitätsstörung" bezeichnen zu lassen (und als transsexueller Mann als "Frau mit Identitätsstörung") um dann hinterher genau DESWEGEN auch noch Schwierigkeiten bei der Übernahme wichtiger medizinischer Leistungen zu haben, dem sei ans Herz gelegt, sich genau zu überlegen, wo die Anerkennung eines transsexuellen Menschen anfängt und welche Verantwortung jeder einzelne hat, dass die Pathologisierung transsexueller Menschen als "psychisch krank" endlich beendet wird und transsexuelle Menschen ein Recht darauf haben, die medizinischen Leistungen zu erhalten, die sie benötigen.

Transsexuelle Frauen sind Frauen, transsexuelle Männer sind Männer. Etwas, das mensch nicht oft genug wiederholen kann. Vielleicht kommt das ja auch irgendwann einmal bei den Vereinen in Deutschland an, die dies bislang noch abstreiten (und so irrwitzig das auch ist, dafür bisher immer noch Applaus erhalten).

Auch etwas, was nicht oft genug widerholt werden kann: Wer an "Geschlechtsidentitätsstörung" glaubt, oder die Theorien der Lobby weiterverbreitet, die diesen Begriff erfunden hat, gefährdet die Übernahme medizinischer Leistungen für transsexuelle Menschen. Darum ist es wichtig, sich der "Geschlechtsidentitätsstörungs"-Lobby mutig entgegen zu stellen und sie an die Menschenrechte zu erinnern, gegen die mit diesem Begriff und der Idee dahinter immer noch verstossen wird.

Hier noch einmal die Forderungen von Interessensverbänden, die eine menschenrechtskonforme Behandlung transsexueller Menschen einfordern:

8 Forderungen

Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung, (Hauptverbreitungsorgan der Thesen um die sogenannten "Geschlechtsidentitätsstlörungen") diese 8 Forderungen bisher nicht kommentiert hat, ebensowenig wie die DGfS sich bislang überhaupt einmal Gedanken darüber gemacht hat, wie ihre Thesen in der Praxis zu Verstössen gegen internationales Menschenrecht geführt haben. Dass sie mit den Negativauswirkungen noch nie konfrontiert wurden, können sie zumindest seit mehreren Jahren nicht mehr behaupten (Siehe z.B.: Hier und dann ganz nach oben scrollen).
 
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