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19.12.2009
Nachdem immer wieder viele Tatsachenbehauptungen umherschwirren, die transsexuellen Menschen Schwierigkeiten bereiten können, wenn es um die Akzeptanz ihres eigentlichen geschlechtlichen Seins in der "Gesellschaft" geht, ist es manchmal auch schön, sich derartige (transphobe) Tatsachenbehauptungen, einmal näher anzusehen. Möglicherweise kommen wir der Ursache für Transphobie so ein Stückchen näher... daher heute mal der erste Teil des Versuchs, vermeintliche Tatsachen als "falsche Tatsachenbehauptungen" zu entlarven.

Falsche Tatsachenbehauptungen, Teil 1

Behauptung 1:

"Transsexuelle Frauen sind eindeutig biologische Männer " (bzw. "transsexuelle Männer sind eindeutig biologische Frauen")

Beispiel aus den Medien:

"Transsexuelle sind biologisch Mann oder Frau - ihr Erbgut und ihre Hormone sind eindeutig."
(Stern, 13. Dezember 2009, Autorin: Gabi Haas)

Beweisdefinition:

"Der induktive Beweis wird anhand von Beobachtungen und Erfahrungen geführt und kann daher grundsätzlich keine absolute Gewissheit über den Wahrheitsgehalt einer Aussage über eine unbestimmte oder unendlich große Menge verschaffen."
(aus: Wikipedia)

Oder anschaulich:

"Für endliche Mengen ist unter bestimmten Umständen eine Untersuchung jedes einzelnen Elements möglich. So ist zum Beispiel für die Aussage "Die drei Schwäne im Zoo sind weiß" ein einfaches Nachsehen ausreichend. Lange Zeit wurde auch die Aussage "Alle Schwäne sind weiß" durch Beobachtung ausnahmslos bestätigt, konnte also als bewiesen gelten. Infolge der Entdeckung Australiens wurde diese Aussage jedoch widerlegt - dort fand man schwarze Schwäne (Trauerschwan)."

Damit gilt:

Der Satz "Transsexuelle Frauen sind eindeutig biologische Männer" ist bereits dann widerlegt, wenn es es eine transsexuelle Frau auf dieser Welt gibt, die nicht eindeutig ein "biologischer Mann" ist (wobei zudem die Frage ist: Was ist ein "biologischer Mann"?... und selbst die These damit nicht eindeutig formuliert wurde. Bereits dies ist unwissenschaftlich).

Fakten:

Es sind bereits zahlreiche Studien und Untersuchungen durchgeführt wurden, die aufzeigen können, dass transsexuelle Frauen nicht so "eindeutig" sind, wie gerne behauptet (wie z.B. die BSTc-Studie von Zhou, Swaab, Gooren & Hofman, veröfentlicht in 1995).

Damit wäre also die Behauptung "Transsexuelle Frauen sind eindeutig biologische Männer", bereits widerlegt. Ob es sich überhaupt um "Männer" handelt, ist ebenso fraglich, da in der These "Transsexuelle Frauen sind eindeutig biologische Männer" Männer und Frauen nicht eindeutig formuliert wurden. Dass die Frage was ist ein "Biologischer Mann", was eine "Biologische Frau" in der Realität bereits durch die Existenz intersexueller Phänomene nicht genau zu fassen ist, führt nun dazu, dass die These...

"Transsexuelle Frauen sind eindeutig biologische Männer"

...keine Tatsache darstellt, also eine falsche Tatsachenbehauptung ist.

Weitere Fragen wären:

Warum gibt es Menschen, die diese falsche Tatsachenbehauptung verbreiten?
Wer hat ein Interesse daran, transsexuelle Frauen als "biologische Männer" anzusehen?
Was spielen diese Behauptungen für eine Rolle, wenn es darum geht, transsexuelle Frauen als "Männer mit Geschlechtsidentitätsstörung" definieren zu wollen?
Wer profitiert von solchen Definitionen?

Und zum konkreten Beispiel von oben:
 
Wer hat die Stern-Autorin beraten?
Welche Hinweise dazu finden sich in dem Artikel?

Wer selber nachdenken will, hier ist er: Klick .

 
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