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17.02.2011
"Ich ging zu diesem Mädel rüber und sie sagte "Hi, mein Name ist Sheela". Ich dachte sie wäre die richtige um mit ihr einen kleinen Funk Cold Media zu trinken. Sie sagte "Ich würde den Drink schon mögen", ich antwortete "Moment ich hole ihn". Und nach ein paar Schlückchen leckte sie sich über ihre Lippen und ich wusste jetzt ist sie soweit. So nahm ich sie mit in mein Bett und alles lief so gut wie geplant. Aber als sie sich auszog gab es eine grosse dreckige Überraschung: Sheela war ein Mann. So warf ich ihn raus..."
(Tone Loc - Funky Cold Medina)

Ich habe heute einen Artikel in der Zeit entdeckt. Die letzte Zeile dieses Artikels lautet: "Manche der schönsten Frauen sind eben Männer."

Treffender kann man die Motivation für Hassverbrechen an transsexuellen Frauen nicht ausdrücken. (Suchtipp: Angie Zapata) Man braucht nur zu sagen: Diese Frauen sind gar keine. Oder man drückt das etwas netter aus: Männer, die in der Frauenrolle leben. Oder, um das mal ein wenig zu konkretisieren: Männer in Frauenkleidern.

"Mehr als jeder oder jede andere vor ihm verkörpert er einen Trend, der über den Wechsel von Farben, Stoffen und Silhouetten hinausgeht: die Auflösung der Grenze zwischen den Geschlechtern. Frauen schlüpfen in die Rollen von Männern, Männer werden zu Frauen. Mitunter ist nicht einmal mehr auszumachen, wer Frau ist und wer Mann. Und es interessiert auch nicht. Die Mode steht vor der nächsten sexuellen Revolution: Nach den androgynen Looks der neunziger Jahre wird sie jetzt vollends geschlechtslos."
(Zeit, 16.2.2011)

"Geschlechtergrenzen überwinden" nennt Tillmann Prüfer, der Autor des Zeit-Artikels das. Ich würde es "Rollback der Geschlechterstereotypen" nennen. Eine ziemlich verlogene Wiederkehr alter Geschlechterklischees obendrein: In ganzen vier Sätzen kommt drei mal "Mann" vor und drei mal "Frau". Ganz schön viel Geschlecht für die angebliche Geschlechtslosigkeit...

"Für ein Leben des Betroffenen im anderen Geschlecht ist eine Angleichung seiner äußeren Erscheinung und Anpassung seiner Verhaltensweise an sein empfundenes Geschlecht erforderlich. Dies wird zunächst nur durch entsprechende Kleidung, Aufmachung und Auftretensweise herbeigeführt, um im Alltag zu testen, ob ein dauerhafter Wechsel der Geschlechterrolle psychisch überhaupt bewältigt werden kann."
(Bundesverfassungsgericht, Februar 2011)

Funky Cold Medina, würde ich sagen.

Edit, Gedanken Teil 2:

Das schlimmste für mich in Sachen Transsexualität ist, seinen Intimbereich zur schaustellen zu müssen, um überhaupt die Chance zu erhalten, als der Mensch anerkannt zu werden, der Du bist. Ich habe daher bislang darüber nichts veröffentlicht, da ich den Zwang zum "Geschlechtsbeweis" als derart demütigend erachte und deswegen schon ein paar mal kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand. Es ist im übrigen genau der psychische und sexuelle Missbrauch, den ich dem "System Trans" vorwerfe: Mit deinem Outing wirst du automatisch zum Opfer eines perversen Systems, vor dem Du Dich gefälligst nackig gemacht haben sollst. Intimsphäre? Fehlanzeige.

Daher habe ich hier auf dieser Seite bislang auch nur meine Gedanken zu diesem medizinischen und rechtlichen Missbrauch veröffentlicht, und nichts zu medizinischen Sachen geschrieben, die mein eigenes Leben betreffen. Ich möchte heute eine Ausnahme machen. Ich weiss, dass ich mich damit einer weiteren Verletzung aussetzen kann, dennoch glaube ich, dass ich ein paar Menschen eine Antwort schuldig bin.

Ich gehöre zu den transsexuellen Frauen (ja, da gibt es noch einige andere), die zwar schon länger eine genitale Operation hinter sich haben, aber auf Grund des psychiatrischen, systematischen Missbrauchs transsexueller Menschen weder eine offizielle Vornamens- noch Personenstandsänderung haben durchführen lassen. Kein Mensch dieser Welt hat das Recht von mir zu verlangen, dass ich bei einem Spiel mitspiele, dass sich gewissenlose Sexologen überlegt haben, die mich als "Mann mit Identitätstörung" ansehen. Und ich werde auch vor keinem Gericht der Welt einer Begutachtung zustimmen, die nur das Ziel hat, diese Sichtweise zu bestätigen. Ihr könnt gerne die Psyche anderer Menschen brechen - ich mache da nicht mit.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Antrag an das Amtsgericht gestellt, dass meine Papiere doch bitte an mein körperliches Geschlecht angepasst werden, da ich es auf Dauer ein wenig absurd finde, dass eine Frau, die einen weinblichen Körper besitzt mit männlichen Papieren durch die Weltgeschichte spaziert. Dieser Antrag wird mit Hinweis auf das Transsexuellengesetz - so teilte man mir mit - abgelehnt werden. Ich müsste doch erst zwei psychiatrische Begutachtungen durchführen lassen, die offiziell das Ziel haben zu kären, wie ernst es dem Mann ist, in der Frauenrolle leben zu wollen. Da ich kein Mann bin, habe ich dieses Ziel nicht. In irgendeiner Frauenrolle wollte ich in meinem Leben auch noch nie leben.

Sollte der Gesetzgeber weiterhin transsexuelle Frauen als "Männer, die in der Frauenrolle leben wollen" ansehen, wird es in der Bundesrepublik Deutschland auch weiterhin Frauen geben, die einen weiblichen Körper haben aber männliche Papiere besitzen. Sie werden unerkannt und unsichtbar so wie alle anderen Frauen leben und dennoch einen offiziell männlichen Geschlechtseintrag haben. Diesen Unsinn muss kein Mensch nachvollziehen können. ...
 
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