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Transsexualität ist eine geschlechtliche Variation.

Ziel dieser Seite ist die gesellschaftliche Anerkennung von Transsexualität als geschlechtliche Variation und der Abbau von Diskriminierung und Ausgrenzung. Das Angebot stützt sich dabei auch auf Untersuchungen aus den Bereichen Humangenetik und Neurowissenschaft und bezieht dabei eindeutig Stellung: Auslöser für sowohl medizinische als auch gesellschaftliche Diskriminierung ist die falsche Sichtweise, die aus transsexuellen Menschen Personen machen will, die "psychisch gestört" sind, was nach dem offiziellen Katalog der zu behandelnden Krankheiten der WHO immer noch Stand der Dinge ist. Damit werden auch im Jahr 2010 Menschen, die behaupten, dass sie "im falschen Körper" geboren worden sind (bezogen auf den Geschlechtskörper) immer noch von Anhängern eines transphoben Weltbildes zu Lügnern und Nicht-Existenten Wesen erklärt. Diese Sichtweise als falsch zu entlarven, Diskriminierungen aufzuzeigen und Klischees zu bekämpfen soll genauso Ziel dieser Seite sein, wie die Erfüllung folgender Aussage:

Jeder Mensch hat ein Recht zu existieren.

Link: Die 8 wichtigsten Forderungen

Link: zum Text-Ticker (Prozess der aktuellen rechtlichen Anerkennung) 



Hier klicken: Menschenrecht und Transsexualität - Ticker-feed

(Anmerkung: Diese Webpräsenz richtet sich an Menschen, die mit gegengeschlechtlichen körperlichen Merkmalen geboren wurden und nicht an Geschlechtswechsler)

Aktuelles:

20.04.2013

Es ist Zeit deutlich zu machen, dass ich mittlerweile glaube, dass etwas wie eine "Geschlechtsidentität" in seiner Bedeutung als "gender identity" nicht existiert. Unter "Gender Identity" stellt sich die Psycho-Sexologie seit den 60er-Jahren eine soziale Geschlechtsidentität vor. "Gender" ist dabei das "soziale Geschlecht" des Menschen. "Gender Idenity" wurde in einer Zeit erfunden, in der das abweichende, unnormale Verhalten mancher homosexueller Menschen erklärt werden sollte und man nicht bereit war, Homosexualität als natürliche Normvariante anzuerkennen: Anfang der 60er-Jahre. Psychologen behaupteten damals äussere Einflüsse (wie eine falsche Erziehung durch die Eltern) wären für Homosexualität verantwortlich. Sie behaupteten damit auch, dass Homosexualität etwas sei, das erst entstünde.

Mittlerweile weiss man es besser und hat, auch auf Grund zahlreicher Proteste von gay-Rights-Organisationen in den USA, sich von solchen Thesen verabschiedet - zumindest sieht es erst einmal danach aus. Bei näherer Betrachtung haben die Thesen, die auf der Annahme einer sogenannten "psychosexuellen Entwicklung" basieren, überlebt. Diejenigen, die immer noch psycho-pathologisiert werden sind die homosexuellen Menschen, die sich nicht heterosexuell genug verhielten und transsexuelle Menschen. Transsexuelle Menschen sind diejenigen, die noch heute weiterhin von den Ideologien der 60er-Jahren betroffen sind. Sie sind es deswegen, da immer noch behauptet wird, Sexualität sowie Geschlecht hätte etwas mit einer "Geschlechtsidentität" zu tun.

Eine "Geschlechtsidentität" bzw. "gender identity" gibt es aber nicht.

Ich will erklären, warum nicht. Es ist ganz einfach:

Jedes Coming Out ist eine persönliche Befreiung von äusseren geschlechtlichen Erwartungen und Normen.

Ein Mensch, der sich sozial wie seine Genitalien verhalten soll - zumindest wollen das ja stereotype Gesellschaften - erkennt: "da ist etwas anders. Ich muss ehrlich zu mir und meiner Umwelt sein". Er befreit sich von dem Glauben, dass die Genitalien oder andere Körpermerkmale immer eine Aussage über Sexualität oder Geschlecht eines Menschen treffen. Dass müssen sie nämlich nicht.

Ein Coming Out ist also der Prozess der Selbstbewusstwerdung gegen äussere Widerstände. Zu diesen Widerständen gehört eben das Konzept einer "Gender Identity". Das muss deswegen so sein, da "gender" das soziale Geschlecht bedeutet und "Geschlechtsidentität" etwas mit der Umwelt zu tun haben soll. Wenn ein homosexueller oder ein transsexueller Mensch ein Coming Out erleben, dann hat dies aber mit einem Sich-Annehmen, Sich-AKzeptieren und Sich-Selbst-Bewusstwerden gegen soziale Zwänge zu tun.

"Gender Identity" bzw. "Geschlechtsidentität" ist also ein Begriff, der nach wie vor dazu genutzt wird, geschlechtliche Normabweichungen zu psychopathologisieren. Die Begriffe stammen historisch von Psycho-Medizinern und werden heute noch verwendet, wenn es um die Verfügbarmachung von Geschlecht geht. Eine transsexuelle Frau wird von der Psycho-Sexologie als "biologischer Mann" mit "weiblicher Geschlechtsidentität" bezeichnet, um eine transsexuelle Frau nicht als biologische Normvariante, eben als transsexuelle Frau anerkennen zu müssen. Begriffe wie "Transgender" und "Transidentität" kommen der Psychosexologie in ihrer psychopathologisierenden Sicht entgegen, da beide auch davon ausgehen, dass ein Mensch sich wie ein anderer fühlen oder zu einem anderen Menschen werden könne. Betrachtet man die Realität ist beides Unsinn.

Ein Mensch ist, wer er ist.

Genau aus diesem Grund sollte jeder Mensch, der sich aktiv für die Anerkennung geschlechtlicher Normvarianten einsetzt, die ja in der Natur existieren, aber in vielen Gesellschaften immer noch staatlich verfolgt oder als nicht-existent definiert werden (eben auch in Deutschland), kritisch mit den Thesen der Psycho-Sexologie auseinandersetzen, die von einer "Geschlechtsidentität" sprechen. Denn "Geschlechtsidentität" ist ein Begriff, der geschlechtliche Vielfalt unsichtbar machen will.

Achtung: In alten Texten auf dieser Website ist auch von "Geschlechtsidentität" die Rede. Damit war niemals eine soziale Geschlechtsidentität gemeint. Mir war zum damaligen Zeitpunkt nicht klar, dass der Begriff mit einem Weltbild verbunden ist, das geschlechtliche Vielfalt ablehnt. Ich bitte darum, falls ihr über den Begriff stolpert, ihn mit "Wissen über das eigene Geschlecht" zu übersetzen und immer daran zu denken, dass "Geschlechtsidentität" genau DAS nicht heissen soll bzw. nicht heissen kann. Der Begriff "Geschlechtsidentität" ist das Paradoxon, dessen Un-Logik der Hauptgrund für die Pathologisierung geschlechtlicher Normvarianten ist. Es ist deswegen ein Paradoxon, da ein Wissen über sich selbst etwas anderes ist, als ein Wissen über den geschlechtlichen Platz, den eine Gesellschaft für einen selbst zur Verfügung stellen will.

Eine "Gender Identity" kann also NIE das Wissen eines Menschen über sein eigenes Geschlecht bedeuten. Daraus folgt, dass so etwas wie eine "Geschlechtsidentität" als solche nicht existieren kann.
Translation in English (google translate): Here
(Please be aware of, that google translates "transsexual" falsely with "transgender" and "sex" falsely with "gender".)

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Artikel 1
[Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt]
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2
[Allgemeine Handlungsfreiheit; Freiheit der Person; Recht auf Leben]
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3
[Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote]
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

 
Transsexualität ist eine geschlechtliche Variation, eine Abweichung körperlicher Merkmale vom angeborenen Geschlecht.

"Viele Leute machen einen klaren und manchmal sehr lautstarken Unterschied zwischen Intersexualität und Transsexualität. Der meiste Widerstand gegen die Verknüpfung dieser beiden Konzepte oder Kategorien kommt von von den intersexuellen Menschen, die annehmen ihre eigene Situation würde in den Augen der Öffentlichkeit durch diese Verknüpfung herabgewürdigt werden. Das ist bedauerlich. Beide geschlechtliche Minderheiten werden in der Gesellschaft stigmatisiert und ich denke, sie sollten nicht nur eher Verbündete in ihrem Kampf gegen Diskriminierung sein, sondern auch daran denken, dass sie Dinge gemeinsam haben. Ich behaupte, dass Transsexualität eine Form der Intersexualität ist. Ich schließe das aus meiner eigenen klinischen Erfahrung, meiner eigenen experimentelle Forschung und meinem Wissen über die Forschung von anderen. Ich akzeptiere, dass meine Gedanken zu diesem Thema die Ansicht einer Minderheit unter den Kollegen sowie Kolleginnen und Wissenschaftlern ist.

Ich glaube, dass Transsexuelle genauso intersexuell in ihren Gehirnen sind wie andere das vielleicht mehr offensichtlich so in ihren Gonaden, Genitalien, ihrem hormonellen Charakter, ihren Rezeptoren, enzymatischen oder chromosomalen Konstitution sind."
(Professor Milton Diamond)

 
 
(C) 2013 Menschenrecht und Transsexualität
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