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Transsexualität ist eine körperliche Variation.

Der Satz "im falschen Körper geboren" zu sein, ist wahr.

Ziel dieser Seite ist die gesellschaftliche Anerkennung von Transsexualität als körperliche Variation und der Abbau von Diskriminierung und Ausgrenzung. Das Angebot stützt sich dabei auch auf Untersuchungen aus den Bereichen Humangenetik und Neurowissenschaft und bezieht dabei eindeutig Stellung: Auslöser für sowohl medizinische als auch gesellschaftliche Diskriminierung ist die falsche Sichtweise, die aus transsexuellen Menschen Personen machen will, die "psychisch gestört" sind, was nach dem offiziellen Katalog der zu behandelnden Krankheiten der WHO immer noch Stand der Dinge ist. Damit werden auch im Jahr 2010 Menschen, die behaupten, dass sie "im falschen Körper" geboren worden sind (bezogen auf den Geschlechtskörper) immer noch von Anhängern eines transphoben Weltbildes zu Lügnern und Nicht-Existenten Wesen erklärt. Diese Sichtweise als falsch zu entlarven, Diskriminierungen aufzuzeigen und Klischees zu bekämpfen soll genauso Ziel dieser Seite sein, wie die Erfüllung folgender Aussage:

Jeder Mensch hat ein Recht zu existieren.

Link: Die 8 wichtigsten Forderungen

Link: zum Text-Ticker (Prozess der aktuellen rechtlichen Anerkennung) 



Hier klicken: Menschenrecht und Transsexualität - Ticker-feed

(Anmerkung: Diese Webpräsenz richtet sich an Menschen, die mit gegengeschlechtlichen körperlichen Merkmalen geboren wurden und nicht an Geschlechtswechsler)

Aktuelles:

29.08.2010

Obwohl es seit ein paar Jahren so aussieht, dass die Psychopathologisierung transsexueller Menschen als "geschlechtsidentitätsgestört" in Deutschland so langsam als Problem erkannt wird, gibt es immer noch einige Vereine, die die Unlogik der Sexologie, es gäbe so etwas wie geschlechtsuntypisches Verhalten öffentlich vertreten. Da ich der Ansicht bin, dass Veränderung in erster Linie von Innen kommt, also transsexuelle Menschen es in grossen Teilen auch selbst in der Hand haben, welche Rechte sie einfordern, möchte ich im folgenden ein paar Zitate anführen. Doch zuvor ein kleiner Überblick, was "Geschlechtsidentitätsstörungen" bzw. "genderatypisches Verhalten" überhaupt sein soll.

Unter einer "Geschlechtsidentitätsstörung" verstehen grosse Teile der Anhänger eines phallozentrierten Weltbildes, dass die psychische Entwicklung eines Menschen, ja seine Identität, den Kern in den Genitalien hat. Geschlechtsuntypisches Verhalten sei dann gegeben, wenn ein Kind sich entgegen der Zuordnung, die anhand der Genitalien vorgenommen wurde, anders zeigt, als gewünscht. So gelten laut DSM und ICD Kinder dann als identitätsgestört (bzw. gender-variant), wenn sie sich nicht verhalten wie ihre Genitalien und z.B. mit dem "falschen" oder "genderatypischen" Spielzeug spielen, die "falschen" Freunde haben oder die "falschen" Spiele spielen. Meistens würden diese Kinder später homosexuell werden, manchmal aber auch transsexuell - sagt die phallozentristische Sexologie auch in Deutschland.

Zweierlei ist dabei besonders ärgerlich:

a) unter "Biologisches Geschlecht" wird von grossen Teilen der Sexologen, die daran glauben, Transsexualität und die Vorstufe von Homosexualität sei eine Geisteskrankheit, das genitale Geschlecht verstanden - ohne zu berücksichtigen, dass in der Biologie längst bekannt ist, dass das Fehlen oder Vorhandensein eines Penis nicht immer mit dem eigentlichen Geschlecht eines Menschen gleichgesetzt werden kann.

b) wer ein "geschlechtsuntypisches" Verhalten behauptet, behauptet ja zugleich es gäbe ein "geschlechtstypisches" Verhalten. Damit wird nun so getan, als gäbe es Verhaltensweisen, die in einer Gesellschaft erwünscht sind - Kinder, die sich diesen Definitionen nicht beugen, werden als identitätsgestört gebrandmarkt. In einer Welt, in der Menschen, egal welchen Geschlechtes, gleichberechtigt sein sollen solche Geschlechtsstereotypisierungen zu predigen ist schon heftig.

Nun zur Übersicht der Zitate der Vereine, die öffentlich die Unlogik der "Geschlechtsidentitätsstörungen" bzw. "genderatypischen Verhaltens" mittragen. Die Veröffentlichung verfolgt nicht den Zweck, diese Vereine oder den Personen, die sich hinter diesen Vereinen verbergen an den Pranger zu stellen, sondern hat vielmehr die Absicht eine kritische Auseinandersetzung anzustossen, und die Frage zu ermöglichen, wie bereit wir transsexuellen Menschen selbst sind, uns selbstbewusst zu zeigen, welchen Willen wir haben, uns aus einem System von Abhängigkeiten zu befreien und welche inhaltliche Auseinandersetzung nötig wäre, um eine umfassende menschenrechtliche Anerkennung zu erreichen, die notwendig ist, um eine rechtliche und medizinische Sicherheit überhaupt erst begründen zu können.

(Die folgenden Internet-Zitate sind auf dem Stand vom 29.08.2010)

1. Trans-Ident Nordbayern

"Transidentität (auch Transsexualität oder Transsexualismus) ist eine Form der Geschlechtsidentitätsstörung."


An zweiter Stellle der "Fachärzte" in einer Linkliste auf der Webseite von Trans-Ident Nordbayern findet sich dann u.a. Friedemann Pfäfflin, ein Psychoanalytiker aus Ulm, der noch vor zwei Monaten einen Artikel veröffentlicht hat, in dem er begründet, warum er die Artikel-3-Aktion (Sexuelle Identität ins Grundgesetz) nicht unterstützt hat.

Die Gruppe, die gute Kontakte zur DGTI (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität) pflegt, bietet auf ihrer Website auch Materialien der DGTI zum Download an. (Link: Klick,  Stand 29.08.2010)

2. DGTI

In einer Informationsbroschüre zu "geschlechtsuntypischem Verhalten" in der Kindheit, die 2010 überarbeitet wurde, schreibt die Gründerin der DGTI Helma Katrin Alter im Vorwort zwar noch folgendes...

"Die Ausbildung von Pädagogen, Psychologen/Psychotherapeuten und Ärzten geht von der These aus, dass das Geschlecht eines Kindes von der Hebamme durch den Blick zwischen die Beine eines Kindes bestimmbar sei, das von mir Hebammengeschlecht genannt wird. Es muss festgestellt werden, dass es um eine weitgehend als falsch entlarvte These geht. Geschlecht ist mehr als Scheide oder Penis."

Sie erwähnt auch im Folgenden, ein geschlechtsuntypisches Verhalten bezöge sich ihrer Ansicht nach auf das "zugewiesene Geschlecht"...

"Ich muss an dieser Stelle aber auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass es in Kindergärten, später aber vor allem in der Grundschule, zu sehr guten Ergebnissen führt, wenn ein Kind in seiner Persönlichkeit anerkannt wird, gerade wenn eine abweichende Geschlechtsidentität akzeptiert wird."

...doch kritisiert sie nicht, dass das Konzept der geschlechtlichen Zuweisungen an sich bereits falsch ist, und es damit "abweichende Geschlechtsidentität" in echt gar nicht geben kann. Anstatt Transsexualität konsequent und durchgängig als echte in der Natur vorkommende geschlechtliche Variante anzusehen, reduziert sie das Wissen um die eigene Geschlechtszugehörigkeit auf Wünsche...

"Die geschlechtliche Identität ist ein inneres, sicheres Gefühl."

...um dann ganz Deutsche Sexologie aus einer natürlichen Geschlechtsabweichung, die sich für die meisten Betroffenen ganz klar als körperliche Abweichung vom eigenen Geschlecht offenbart, auf eine Identitätsproblematik zu reduzieren:

"Es geht um ein Identitätsproblem der betroffenen Menschen" und "Solche Kinder haben fast immer einen sehr großen Hang zu Spielen und Spielzeug des dem biologischen Geschlecht nicht entsprechenden Kindes."


Wieder wird ein "biologisches Geschlecht" behauptet, ausgehend von der genitalen Zuordnung, dem entgegengesetzt man sich verhalte, wenn man mit dem falschen Spielzeug spiele. Später wird noch auf den guten Kontakt zu den Behandlungszentren in Hamburg und Frankfurt verwiesen. In Frankfurt arbeitet beispielsweise der Kinder- und Jugendpychiater Bernd Meyenburg (ein Bekannter von Kenneth Zucker, dem Leiter des DSM-Teams, der vorallem von vielen LGBT-Aktivisten in Nordamerika für seine Umpolungstherapien an homosexuellen und transsexuellen Kindern stark kritisiert wird), der ebenfalls behauptet "das Kind hat einen Penis, also ist es kein Mädchen" (O-Ton 2008).

3. VIVA TS

Mehr zu Bernd Meyenburg gibt es auf der Internetseite der VIVA in München. So heisst es hier in einem Interview:

"Frage: Woran können Eltern/Kontaktpersonen erkennen, dass bei ihrem Kind/ Jugendlichen Trans* oder eine andere Identitätsstörung vorliegt? Antwort: An deren geschlechtsatypischen Verhalten und Interessen, wobei dies bei Jungen viel schneller auffällig wird, als bei Mädchen."

Es wird wieder auf eine angebliche Identitätsstörung (bei denen die meisten Kinder später angeblich homosexuell werden würden) verwiesen, die sogar heilbar wäre:

"Frage: Finden sich die Kinder/Jugendliche und Eltern/Kontaktpersonen in das Schicksal ein oder wird versucht zu 'heilen', beziehungsweise die Untersuchungsergebnisse zu ignorieren? Antwort: Forschungsgruppen in den USA/ Kanada fanden heraus, dass die 'Heilungschancen' bei Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindesalter deutlich besser sind als im Jugendalter. Dies bedeutet, die Betroffenen konnten ihr biologisches Geschlecht nach der Behandlung doch noch annehmen."

Mit Kanada meint Meyenburg: Kenneth Zucker.
(Link: Klick, Stand 29.08.2010)

Die VIVA hat gute Kontakte zum sogenannten G-Institut (zu den Köpfen gehört u.a. die Vorsitzende der VIVA Rebecca Kleis).

4. G-Institut

Eine andere Hauptprotagonistin des G-Institutes, Annette Güldenring, schreibt in einem Artikel über Transsexualität 2009 folgendes:

"Um 'Verwirrungen' zu vermeiden, äußere ich zunächst, dass ich als biologischer Junge geboren wurde und im mittleren Erwachsenenalter nach langer Auseinandersetzung mit der Vielfalt des Geschlechtlichen mein Geschlecht gewechselt habe."

...um dann später aus einer natürlichen Geschlechtervariante eine Identitätsangelegenheit zu machen...

"Die erste bedeutungsvolle Phase ist die der inneren Wahrnehmung des transsexuellen Erlebens. Es ist die Geburtsstrecke der transsexuellen Identität, die sich zu fast jedem Zeitpunkt der Entwicklung manifestieren kann, in der frühen Kindheit, während der Pubertät oder in späten Phasen des Erwachsenenalters. Warum das so ist und wovon das abhängen mag, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden."

Dass es sich beispielsweise bei einem transsexuellen Mädchen um ein Mädchen handelt, das einfach dabei ist, sich über sich selbst im Klaren zu sein, kommt auch hier nicht vor. Wieder wird von "biologischem Geschlecht" (im Sinne des genitalen Geschlechts) gesprochen und ein abweichendes Verhalten ("transsexuelles Erleben") behauptet.
(Link zum Artikel: Hier, Stand 29.08.2010)

Es wäre noch leicht hier mit Punkt 5, Punkt 6 usw. weiterzumachen - Webseiten die analog der Vorstellung des DSM "geschlechtsatypisches Verhalten" bzw. "Geschlechtsidentitätsstörungen" propagieren, gibt es eine ganze Menge. Ich frage mich nun: Muss das sein? Warum ist es so schwer, sein eigenes transsexuelles Outing als das zu sehen was es ist: Als Bewusstwerden des eigenen Selbst (Selbstbewusstsein)? Und wenn es das eigene Selbst ist, dem ihr euch bewusst werdet, warum soll das eigene Selbst denn geschlechtsatypisch, identitätsgestört oder sonst wie sein? Ist es nicht letztendlich das wichtigste zu wissen: Ich habe ein Recht darauf ich Selbst zu sein, ohne mich hier dafür entschuldigen zu müssen?

Ich bin mir sicher, dass es möglich ist, selbstbewusst zu sein. Und ich glaube zu spüren, dass viele transsexuelle Menschen mittlerweile viel selbstbewusster sind, als dies vor ein paar Jahren noch der Fall war. Immer mehr sagen: Ich bin wer ich bin. Wenn wir erreichen, dass genau das auch einmal in Medizin und Recht akzeptiert wird, ohne dass transsexuelle Menschen als "Einbildung" oder Menschen mit "Identitätsproblemen" vermarktet werden, dann wird aus dem Selbstbewusstsein auch eine rechtliche Anerkennung - die unerlässlich ist um gleichberechtigt behandelt zu werden. Die Grundlage um gegen Diskriminierungen und Ausgrenzung vorgehen zu können, ist dann gegeben, wenn wir uns nicht weiter selbst ausgrenzen, indem wir Konzepte von "Identitätsstörungen" und angeblich unnormalem Verhalten nicht blind weiterverbreiten, sondern uns damit auseinandersetzen, was wir selbst ändern können.

Die Behauptung, dass z.B. ein transsexuelles Mädchen "als Junge geboren wurde" und sich auf Grund einer Identitätsstörung/abweichung "wie ein Mädchen fühlt" und deswegen mit Puppen spielt und die Farbe rosa mag, kann nicht die Antwort sein, auf die Frage, wie wir uns eine Welt vorstellen, die wirklich an Vielfalt glaubt - eine Vielfalt, die längst da ist. Und wenn wir uns einsetzen für eine Welt, in der Menschen ihre Augen ein wenig weiter aufmachen - oder wie Balian Buschbaum neulich gesagt hat "ihren Horizont erweitern" - und wir nachher selbst sogar überrascht sind, wie damit sogar unser eigenes Blickfeld erweitet wird, dann wird das auch was mit der Anerkennung dessen, was transsexuelle Menschen sind: Sie selbst. Nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht nocheinmal zur Erinnerung folgender Link: Das eigene Geschlecht ist ein Menschenrecht.
Link: Draft zum DSM V (Children)


Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Artikel 1
[Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt]
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2
[Allgemeine Handlungsfreiheit; Freiheit der Person; Recht auf Leben]
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3
[Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote]
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

 
Transsexualität ist eine geschlechtliche Variation, eine Abweichung körperlicher Merkmale vom angeborenen Geschlecht.

"Die Natur liebt die Vielfalt, die Gesellschaft hasst sie"
(Professor Milton Diamond)

 
 
(C) 2010 Menschenrecht und Transsexualität
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