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25.10.2007
Ich finde ja, dass es noch genügend Gründe dafür gibt, warum eine transsexuelle Frau sich für ihre eigene Existenzanerkennung einsetzten sollte. Klar, es mag Menschen geben, die kein Problem damit haben, wenn ihnen der Onkel Doktor sagt "Guten Tag Herr Huber", doch wage ich es zu bezweifeln, dass es sich bei der Patientin um eine Frau handelt, und wenn, dann frage ich mich: was ist denn das für ein Mediziner-Patientenverhältnis, bei dem es darum geht, sich gegenseitig etwas vorzulügen? Und schon wieder wären wir bei dem, was ich für das Kernproblem halte: Wenn ein Mensch in seiner geschlechtlichen Existenz geleugnet wird, dann wird sein Selbst geleugnet - ergo in der kompletten Person ignoriert.

Vor Kurzem hatte ich bereits über die Pressemitteilung aus dem Hause Stalla geschrieben, und eigentlich wollte ich ja eine Antwort auf meine Mail erhalten, warum er denn transsexuelle Frauen als Männer bezeichnet bzw. ob das wirklich so aus seinem Geiste stammt, was nun in verschiedensten Zeitungen fast wortwörtlich aus der Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie abgetippt wurde - doch siehe da, nun hat der Bayerische Rundfunk zumindest einmal dafür gesorgt, dass die Zuordnung nun auf Spekulationen verzichten kann. In einem Interview von Veronika Bräse (in der Sendung b2 IQ Wissenschaft und Forschung) wird die Sache nämlich eindeutig, spricht Stalla nämlich hier von Männern, die Frau werden wollen, eben vom Geschlechtsrollenwechsel, weil sich ein Mann eben "fühlt" wie eine Frau und eine Frau wie ein Mann.

Interessanterweise (oder soll ich absurderweise schreiben?) bezieht er sich dabei sogar auf die Untersuchungen von Prof. Dick Swaab aus den 90ern, der mir noch in einer email-Antwort geschrieben hatte:

"I fully agree with you: the brain determines the gender. That idea is of course also the basis of the operation (adapting the body to the gender identity of the brain)."

Langsam weiss ich nicht mehr, wie dann trotzdem etwas zustande kommen kann, wie die Aussagen von Stalla in dieser Woche beim BR:

"Wenn man Mann-zu-Frau Transsexuelle sich anschaut, dann haben die ein Kernareal was halt eher einer Frau entspricht und nicht einem Mann im Gehirn. Das was der erste Hinweis weltweit, dass es irgendwo eine biologische Ursache haben könnte"



Mann-zu-Frau? Es scheint, als wiederholte ich mich, aber nun lässt sich das ja nicht oft genug wiederholen: Das Gehirn ist Sitz des Bewusstseins und der Persönlichkeit eines Menschen - mit all seinen Gefühlen, Gedanken, Emotionen - es ist das wichtigste Organ, und somit - man sollte annehmen Stalla würde die Bedeutung seiner eigenen Untersuchungen richtig zu deuten wissen (was ja hier scheinbar noch nicht der Fall ist) - eben auch das wichtigste geschlechtsbestimmende Organ. Weil zwischen diesem Organ und dem, für was es gut ist ein kleiner Zusammenhang besteht, äussert sich das nun in der Psyche des Menschen. Nicht weil eine transsexuelle Frau etwa ein Mann ist - sondern weil eine transsexuelle Frau eben eine Frau ist. Würde sie auch so behandelt werden (und eben nicht als das Gegenteil von dem, was sie ist), dann würden sich auch nicht psychische Nebenwirkungen wie Depressionen u.ä. bilden, die von dieser Fehlbehandlung ausgelöst werden... es liegt an der echten Existenzanerkennung. Dies ist ein Menschenrecht - wer diese Existenz von Menschen, die mit gegengeschlechtlichen körperlichen Merkmalen geboren wurden, nicht bereit ist anzuerkennen, indem er die Realität leugnet, verletzt dieses Menschenrecht.

Hier mal die Diskriminierungen aus Unwissenheit (ich tippe jetzt mal darauf, der Herr Stalla war bestimmt ganz nett, gell...) der Frau Veronika Bräse zum Nachhören:



"Frauen die Männer sein möchten, fallen nicht so auf - sie tragen Hosen wie andere Frauen auch, vielleicht sind sie in ihrer Art burschikoser als andere -  das stellt aber in vielen Fällen kein grösseres Problem dar. Dagegen fallen Männer in Frauenkleidung sehrwohl auf. Gesellschaftlich werden weibliche Männer nicht akzeptiert. Wohl auch deshalb kommen mehr Männer als Frauen zu Professor Günther Stalla vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München in die Praxis"



"Die neue Studie aus München macht also Hormone für eine transsexuelle Neigung verantwortlich, und zwar genauer gesagt Geschlechtshormone, die im Mutterleib auf die Entwickleung des Babys einwirken. Das betrifft aber nur männliche Transsexuelle"



"Aber auch bei den betroffenen Männern ist noch eines unklar: nämlich warum sie im Mutterleib so wenigen männlichen Geschlechtshormonen ausgesetzt waren"

Weil sie Frauen sind? Wie wär es einmal damit? Ach ja, hier noch die Mailadressen, damit ihr die nicht extra suchen müsst: (Bayerischer Rundfunk, Veronika Bräse) und (Günter Stalla).
 
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