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25.12.2007
Ich habe mir lange überlegt, ob ich das tun soll, denke aber, dass ich nicht drumrumkomme, da es zur Zeit einen Angriff auf die Existenz transsexueller Menschen gibt, die - meines Empfindens nach - das noch steigert, was die Sexologie in den letzten Jahrzehnten an Unwahrheiten über transsexuelle Menschen verbreitet hat. Transsexualität ist aller Logik und unter Berücksichtigung des Wissens, das uns zur Verfügung steht eine körperliche Störung - eine Körperabnormalität, die dadurch beschrieben werden kann, dass ein Mensch geboren wird, dessen als "Geschlechtsmerkmale" titulierten Organe vom Geburtsgeschlecht abweichen. Einfach ausgedrückt eben Mädchen, die mit Penis und Hoden geboren werden und Jungs mit Gebärmutter. Es gibt nun Menschen - vorwiegend welche, die wohl sehr patriarchalen Strukturen verhaftet sein müssen - die die Existenz dieser Menschen nach wievor bekämpfen, ja die sich sogar darüber beklagen, wenn sich diese Menschen in der Öffentlichkeit trauen auf die Fehler der Sexologie hinzuweisen. Scheinbar wäre es diesen Menschen am liebsten, würde weiterhin geschwiegen werden. Nein, das was tagtäglich in Deutschland passiert, dazu mag ich nicht still sein. Mir ist es nicht egal, wenn Frauen psychisch und sexuell missbraucht werden (indem man sie zu Männern erklärt und ihnen jegliche Glaubwürdigkeit raubt, wenn sie sich gegen diesen Missbrauch wehren wollen). Mir ist es nicht egal, wenn Menschen körperlich fehlbehandelt werden - entweder indem man transsexuellen Menschen medizinische Leistungen verwehrt oder aber nichttranssexuelle Menschen körperlich verstümmelt, indem eine Sexologie erzählt, Geschlechtswandlungen wären möglich (und manch labiler Mensch darauf hereinfällt).

Damit dieser psychologische, rechtliche und medizinische Missbrauch aufhört, ist es wichtig die Lügen als Lügen zu entlarven - eine davon ist die Lüge, man könne sein Geschlecht wechseln. Es lassen sich womöglich Fortpflanzungsorgane bis zu einem gewissen Grad wechseln, es lässt sich evtl. ein Rollenklischee wechseln, doch das Geburtsgeschlecht eines Menschen ändert sich nie - weil der Mensch mit einem Gehirn geboren wird, dem eine Kerngeschlechtsidentität innewohnt. Genauso wichtig die Unwahrheiten zu benennen ist es sich gegen diejenigen zur Wehr zu setzen, die diese Unwahrheiten verbreiten.

Hier sind ein paar davon:

- die Behauptung transsexueller Menschen wären mit eindeutigen Genitalien geboren und würden sich mittels körperlicher Massnahmen (Hormone und Operationen) in einen Zustand der Zwittrigkeit versetzen
- die Behauptung, transsexuelle Menschen würden von einem Geschlecht ins andere hinüberwechseln

Es mag zwar stimmen, dass ein transsexueller Mensch mit scheinbar eindeutigen Genitalien geboren wurde, doch was soll diese Eindeutigkeit aussagen? Zwar mag da z.B. ein Penis existieren... doch ist es deswegen ein Junge? Oder kann es sich um ein transsexuelles Mädchen handeln, dessen Genitalien vom Geburtsgeschlecht abweichen? Wenn das Gehirn das wichtigste Organ des Menschen ist, ist dies wohl so. Und nun? Wierum ist das denn jetzt? Es wird klar, dass der obige Satz nicht nur falsch, sondern auch gefährlich ist - nämlich für die Menschen, die nicht transsexuell sind, weil ihnen die Illusion vermittelt wird, dass die Änderung der Körperlichkeit irgendetwas am Kerngeschlecht eines Menschen verändern würde.

- die Behauptung, körperliche Veränderungen wären "hebeigewünscht".

Zwar mag sich ein transsexueller Mensch wünschen, dass er medizinisch Behandelt wird, doch will er dies deswegen, weil er um seine eigentliche körperliche Absonderheit Bescheid weiss. Wenn beispielsweise ein transsexuelles Kind geboren wird, dass transsexuell ist, weiss es, dass sich sein Körper gegengeschlechtlich herausgebildet hat und sich spätestens in der Pubertät sichtbar gegengeschlechtlich verändern wird. Weiss man nun um die Existenz von Menschen, die mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen geboren werden, weiss man eben auch, dass die körperlichen veränderungen nicht "herbeigewünscht werden", sondern dass das Gegenteil der Fall ist: Die körperlichen Veränderungen werden "zurückgewünscht", so dass eine weitgehend körperliche Normalität hergestellt wird (die bislang sowieso nur ansatzweise funktioniert).

Den Namen desjenigen, der diese sehr heftigen (die in meinen Augen schon fast faschistoid bezeichnet werden können) Angriffe auf transsexuelle Menschen gestartet hat, werde ich hier - aus seinem Schutz - nicht nennen, da ich glaube, dass er merken wird, welchem Fehler er aufgessen ist: Einem Weltbild zu glauben, dass in der Zeit des sogenannten "dritten Reiches" besser aufgehoben wäre (u.a. die Annahme die Genitalien eines Menschen wären geschlechtsbestimmend) und leider im Zusammenhang mit der Behandlung transsexueller (aber auch intersexueller) Menschen immer noch seine letzten Ausläufer zeigt.
 
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(C) 2017 Menschenrecht und Transsexualität
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