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30.10.2008
In den letzten Tagen ist wieder einmal eine Studie veröffentlicht worden, die sich einreiht in die Studien, die zumindest ein ganz grosses Fragezeichen erlauben, wenn es um die Behauptung deutscher Sexologen geht, das Geschlecht könne man hundertprozentig am Penis eines Menschen ablesen ("Sie sehen doch, das Kind hat einen Penis, also ist es kein Mädchen..." Zitat: Bernd Meyenburg 2008).

Forscher vom Prince Henry's Institute of Medical Research untersuchten die Gene von 112 weiblichen Transsexuellen, die mit Penis und Hoden geboren worden waren, sowie die von 258 Männern. In dieser Studie zum Thema fanden sie heraus, dass die transsexuell geborenen Frauen häufig ein übermäßig langes Gen für den Androgenrezeptor besitzen - für ein Molekül also, das im Körper die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron vermittelt. Die Studie knüpft damit an andere an, aus denen sich bereits vor Jahren ablesen liess, dass eine transsexuelle Frau tatsächlich als Mädchen geboren wird, und nicht als Junge, wie in Deutschland immer wieder von Sexologen behauptet wird, die an dem Begriff "Geschlechtsidentitätsstörung" festhalten.

Interessant hierbei ist, wie hier Bernd Meyenburg einerseits in den Medien, behauptet, er würde die jüngste Studie unterstreichen, welche die Vermutung von der Angeborenheit von Transsexualität zumindest stärkt, andererseits aber schafft, gleichzeitig in der scheinbar bejahenden Antwort das Gegenteil hineinzubauen. So schreibt die Süddeutsche Zeitung am 28. Oktober:

"Wenn Jungen sich mit Mädchen identifizieren, liege das oft daran, dass ihre Mutter 'emotional abwesend' sei - weil sie an Depressionen leidet zum Beispiel. 'Die Transsexualität ist dann ein Ausdruck des Wunsches, die Nähe zur Mutter wiederherzustellen', sagt Meyenburg."

Dass Meyenburg abstreitet, dass das Gehirn für die Geschlechtsbestimmung wichtiger ist, als z.B. ein Penis und er darum ebenfalls zu den Vertretern der deutschen Sexologie gehört, welche die Existenz von Mädchen, die mit Penis und Hoden geboren werden, verleugnet, hat er bereits in mehreren Interviews geäussert. Wenn man weiss, dass der kanadische Kinderpsychologe Kenneth Zucker, ein Kollege und Bekannter von Meyenburg, der gerade eine Reform des Manuals der psychischen Störungen (DSM) anleitet, ein Vertreter reperativer Therapien bei Kindern ist, wird einem die Heftigkeit der Existenzabstreitung transsexueller Menschen durch die deutsche Sexologie bewusst. Kinder, die nichts dafür können, dass sie mit vom Geburtsgeschlecht abweichenden Körpermerkmalen geboren werden, werden hier zum Spielball psychoanalytisch geprägter Interessen und somit zum Opfer eines ideologiebeladenen Systems, welches nicht in der Lage ist, den Inhalt wissenschaftlicher Studien richtig zu interpretieren.

Es ist fast schon ein Symptom der deutschen Sexologie, diese Hinweise aus der Wissenschaft zu ignorieren. Würde man sie ernstnehmen, hätte dies ja eine Auswirkung auf das bisherige medizinische und rechtliche Verfahren. Wenn man zugeben würde, dass eine transsexuelle Frau z.B. schon zum Beginn des rechtlichen Verfahrens nach Transsexuellengesetz eine Frau ist (oder zumindest die Möglichkeit besteht, dass es sich nicht sicher um einen Mann handelt), müssten sich die psychiatrischen Gutachter - zu denen auch viele deutsche Sexologen gehören - die Frage gefallen lassen, was sie denn da überhaupt treiben: Eine Frau als Mann mit "Identitätsstörung" zu begutachten, damit die Frau, die nach Gutachten ein Mann sein soll, als Frau anerkannt werden kann. Welch ein Unsinn des deutschen Rechtssystems.

Einschub. Fall vom 10. Oktober (Fall der Begutachtung einer Frau):

"Meinen ersten Besuch bei meinem Gutachter in Göttingen habe ich noch in bester Erinnerung:
 
Ich mußte nackt durch das Zimmer laufen und wurde dabei auf Video aufgenommen. Dies sei unumgänglich, er könne sonst kein Gutachten erstellen. Beim zweiten Gutachten wurde mein Penis geknetet und ich gefragt, ob er denn noch hart würde. Beim dritten Gutachten wurde ich gefragt, ob er die Vorhaut einige male hin und her bewegen dürfe.
 
Jaja, ich habe alles durch: 3malige Namensänderung weil ich das Pech hatte ein Kind zu bekommen, geschieden wurde und anschließend wieder geheiratet habe! Wird Zeit das diesen Spannern und Perverslingen die Macht entzogen wird - es gipfelt ja auch vermehrt in Selbstmorden!"

Erlebnis von Ende 2007 (anderer Fall aus Ulm, Begutachtung für Vornamensänderung einer Frau):

"Er empfahl mir mehrere homosexuelle Sexualpraktiken, die er genau beschrieb, während ich mit ihm alleine im Zimmer war. Unter anderem meinte er, ich müsste dringend mal einem Mann einen blasen, um mir meiner Identität bewusst zu werden. Und Analsex wäre ebenfalls sehr wichtig, egal, ob ich darauf stehe oder nicht. Es wäre nur wichtig für mich, das einmal gemacht zu haben."
(Interessant ist hier, dass dieser Gutachter, wie auch Bernd Meyenburg, ein Bekannter von Kenneth Zucker ist, und an der Überarbeitung des DSM mitarbeitet)

Und nochmal eine Begutachtung eines Mannes, wieder in Göttingen:

"Er müsse mich auch körperlich untersuchen, das sei so gefordert. Wenn er das nicht machen kann, könne er kein Gutachten schreiben. Also habe ich mich in mein Schicksal ergeben und bin ihm ins Untersuchungszimmer gefolgt. Dann sagte er, dass bei der Untersuchung einer Frau eine weitere Frau im Zimmer sein müsse und holte mit meiner Zustimmung seine Sekretärin in das Untersuchungszimmer."..."Schließlich kam dann der Punkt, wo ich mich ganz ausziehen musste. er betrachtete mich dann in der Frontalansicht" ... "damit er meine Scham frontal ohne Einschränkung sehen konnte. Danach konnte ich mich dann wieder anziehen und das ganze war beendet."

Dazu noch zum anhören:

O-Ton

Hier noch ein Zitat von Milton Diamond, Professor aus Hawaii, der sich insbesondere für die Belange intersexueller und transsexueller Menschen einsetzt. Das Zitat stammt aus einem Vortrag, der am 23. Oktober in Kalifornien stattfand (auf dem unter anderem der Unterschied zwischen Gender und Sex besprochen wurde - eben zwischen Gesellschaft und Biologie. Hier wurde auch klar gemacht, dass das wichtigste biologische Geschlechtsorgan, sich zwischen den Ohren befindet... analog eben zu den Erkenntnissen, die jetzt mit der Studie des Prince Henry's Institute of Medical Research wieder einmal bestätigt wurde):

"Nature loves variety, but society hates it. Let's see if we can change society rather than nature."

Weise Worte. Ein Beispiel, wie das geht, findet sich hier: Klick

Link zur Studie:

Prince Henry's Institute

Link zu Kenneth Zucker:

http://www.tsroadmap.com/info/kenneth-zucker.html

 
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