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23.11.2008
Mitte Oktober hat der Verein "AKtion Transsexualität und Menschenrecht" e.V. alle in Deutschland bekannten Gruppen, die etwas mit dem Thema Transsexualität zu tun haben sowie Einzelpersonen angeschrieben, um für ein gemeinsames 7-Punkte-Papier zu werben, welches die Kernforderungen transsexueller Menschen zusammenfasst. Die Punkte sind dabei unter Berücksichtigung der offiziell zugänglichen Ideen und Überlegungen einiger Initiativen entstanden, die bereits Vorschläge für eine sinnvolle TSG-Reform verfasst hatten (Abrufbar u.a. hier: http://www.bundestag.de/ausschuesse/a04/anhoerungen/anhoerung04/ ). Unter Mitarbeit und dank des Feedbacks von aktiven Initiativen (und vorallem auch Personen wie z.B. Nina Scholz vom Arbeitskreis Transsexualität in Nordrhein-Westfalen) ist nun zu den 7 Punkten ein weiterer hinzugekommen, so dass die Liste nun wie folgt aussieht:

1. TSG-Gutachterverfahren weg

Anhand unwissenschaftlicher, subjektiver Kriterien über die rechtliche Existenz eines Menschen zu entscheiden ist ein Widerspruch zum Selbstbestimmungsrecht. Daher plädieren wir für eine Abschaffung des TSG-Gutachterverfahrens und sind für ein Antragsverfahren, bei dem jeder Mensch zum Zeitpunkt seiner Wahl selbstbestimmt über seinen Geschlechtseintrag entscheiden kann.

2. Anerkennung des Geschlechts ab Outing

Wir fordern eine Respektierung der Würde des Menschen - und damit die Respektierung der geschlechtlichen Identität eines jeden Menschen während und nach den medizinischen und rechtlichen Verfahren. Wir setzen uns für ein echte und vollständige Anerkennung der geschlechtlichen Identität als Teil der Menschenwürde von Anfang an ein.

3. Wissenschaft statt Ideologien

Gerade in Deutschland sollten Ideologien nicht schwerer wiegen, als die Menschenwürde. Kein körperliches Merkmal ist zu 100% geschlechtsbestimmend, sondern kann nur Hinweis sein, auf das eigentliches Geschlecht eines Menschen. Wir fordern eine Anerkennung dieser wissenschaftlichen Tatsachen: Transsexuelle als Geistesgestörte (F64.0 und GIS) ab zu stempeln und damit viel Geld zu verdienen ist unwissenschaftlich und verstößt gegen die Menschenwürde

4. Recht auf notwendige Medizin

Transsexuelle Menschen müssen ein Recht auf sämtliche medizinische Leistungen haben, die nötig sind, ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Zu einem Recht auf Würde gehört auch, dass von den Krankenkassen und -Versicherungen bessere Operationsmethoden bezahlt werden, auch außerhalb Deutschlands. Es ist Zeit für ein Ende des Klüngels zwischen Kassen und Politik und Krankenhäusern und DGfS, die transsexuellen Menschen immer noch vorspielen, die Methoden in Deutschland wären gut.

5. Schutz vor Diskriminierung

Reform des Antidiskriminierungsgesetztes, das die geschlechtliche Identität eines jeden Menschen schützen sollte. Transsexuelle Menschen benötigen einen Kündigungsschutz (AGG ausbauen, Kündigungsschutzgesetze, etc.) und besondere Förderungen durch Arbeitsämter. Transsexuelle Menschen auf Grund ihrer Transsexualität als "nicht vermittelbar" ein zu stufen, ist eine Verletzung von Menschenrechten und Aberkennung der Würde und Intelligenz transsexueller Menschen.

6. Mehr Mitsprache bei Medien

Transphobe Berichte sind Menschenrechtsverletzungen. Sie sind beleidigend und müssen geahndet werden können. Zudem sollten transsexuelle Menschen auch in Rundfunk- und Medienräten  beteiligt sein, um ihre Interessen zu schützen.

7. Bessere Vernetzung der Initiativen und finanzielle Unterstützung von Selbsthilfegruppen

Die Zusammenarbeit aller Initiativen transsexueller Menschen sollten mehr unterstützt und gefördert werden, sowohl durch finanzielle Unterstützung als auch durch Infrastrukturangebote, um so besser für eine breitere Akzeptanz transsexueller Menschen arbeiten und Aufklärung über Transsexualität betreiben zu können. Zur Zeit können Initiativen von anderen Interessengruppen (Politik, DGfS, etc.) gegeneinander ausgespielt werden. So wurde vom Innenministerium behauptet, die Transsexuellen wären sich in ihren Forderungen untereinander uneins, obwohl es in den Kernforderungen viele Gemeinsamkeiten gibt.

8. Transsexuelle Menschen vertreten sich selbst und lassen sich nicht durch Dritte vertreten

Transsexuelle Menschen können für sich selbst und ihre Rechte sprechen. Es ist gegen die Würde des Menschen und eine Missachtung der Menschenrechte transsexueller Menschen wenn Dritte über die Rechte transsexueller Menschen entscheiden dürfen. Wir wollen keine selbsternannten Experten, die sich über uns stellen und entscheiden, was für uns gut sein soll. Das wissen wir selbst am besten!


In den nächsten Tagen (bis Ende November) ist nun noch Zeit für Kritik und Änderungsvorschläge, da das Papier demnächst in eine offizielle Präsentationsform gebracht werden wird. Ein Besuch von http://atme-ev.de ist dann sinnig für diejenigen, die sich noch beteiligen wollen.
 
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