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31.12.2008
Es ist schön, kurz vor einem neuen Jahresbeginn mit einem Menschen zu telefonieren, der seit Jahrzehnten beobachtet, wie es um den Umgang mit transsexuellen Menschen in Deutschland bestellt ist – vor allem dann, wenn hinterher das Gefühl übrigbleibt, dass die eigene Wahrnehmung doch soweit ganz in Ordnung ist. So ist vieles, was an Misständen in Deutschland zu beobachten ist, tatsächlich nicht Produkt der eigenen Einbildung sondern nüchterne Realität.

Dazu gehören Psychoanalytiker , die nach den 70ern und der vordergründigen Abschaffung schwulen und lesbischen Seins als psychische Störung, die Gruppe der Homosexuellen als Pathologisierungsobjekte verloren hatten, und in den 80ern alsbald neue Opfer für ihre Theorien fanden: Die Transsexuellen. Unbewiesene Geschlechterideologien, welche behaupten Geschlecht wäre ein soziales Konstrukt, wurden verstärkt gepredigt, die bei näherem Betrachten aber letztendlich die längst widerlegte Vorstellung des Genitals als geschlechtsbestimmendes Merkmal stärkten, quasi als angeblich "biologisches Geschlecht", welches man transsexuellen Menschen unterstellte (und bis heute unterstellt) verlassen zu wollen. Ein Geschlechtswechselwunsch wurde erfunden, der transsexuellen Menschen bis heute unterstellt, sie wären Menschen, die auf Grund einer psychischen Störung mit ihrem angeblichen Geburtsgeschlecht nicht klar kämen und sich "fühlen würden" wie das sogenannte "Gegengeschlecht". Dass diese Menschen in der Tat lediglich schon immer eine Ahnung über ihr eigentliches Geschlecht haben und dieses Wissen irgendwann auch äussern, wird von der Psychoszene (und durch ihre bisherige Einbettung in das Transsexuellengesetz eben auch vom Staate Deutschland) bis heute zur Lüge erklärt.

Das Telefonat mit der Frau, die hier nicht nur Beobachterin ist, sondern vorallem Kritikerin eines paradoxen, menschenverachtenden Systems, das transsexuelle Menschen bis heute zum Leben in einer Parallelwelt zwingt, anstatt wirkliche Hilfe für hilfsbedürftige Menschen zu sein, gibt Mut. Gleichzeitig aber stimmt dieses auch nachdenklich, denn jedesmal wenn ich wieder einmal weitere transsexuelle Menschen kennenlerne, frage ich mich: Wie viele von uns, die unerkannt bleiben wollen, gibt es noch da draussen? Und: Warum verbreitet ein Staat wie Deutschland immer noch so viel Angst bei denen, die nicht ins 100/100-Geschlechterraster passen, anstatt anzuerkennen, dass auch sie Teil dieser Gesellschaft sind? Welche negative Absicht steckt dahinter, Menschen auszustossen, anstatt die göttlichkeit ihrer Existenz anzuerkennen?

Ich wünsche mir für 2009, dass es ein Jahr der Chancen wird. Ein Jahr, in welchem die verkrusteten psychoanalytischen Geschlechtsideologien, welche für transsexuelle Menschen bis heute grosses Leid bedeuten, von einer objektiven Betrachtung transsexueller Menschen abgelöst werden. Es wird Zeit, die Täter noch mutiger zu benennen.

Link: Historischer Vergleich zum Umgang mit Homosexualität


 
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