Home
Blog
Inhalt
Aktuelles
Suche
Ticker
Buntes
Gesellschaft
Politik
Wissenschaft
Recht
F64.0
Existenzforderung
Archiv
Aktionsmaterial
Download Texte
Freunde
Externe News
Gesetzgebung
Galerie
Filme
Reform-Stimmen
Impressum
Your IP address:
54.225.47.94
  Home arrow Inhalt arrow Buntes arrow Die Entdeckung des geschlechtlichen Selbst
Die Entdeckung des geschlechtlichen Selbst
Ein passender Untertitel dieses Artikels wäre "Dort wo Transgender und Transsexualität zusammentreffen", denn nimmt man ernst, dass der Mensch ein Selbstbewusstsein hat, dann passen am Ende selbst die Geschlechts-Sichtweisen zusammen, die bis dato entgegengesetzt und unvereinbar schienen. Zunächst wäre aber nun zu klären, welche Parteien hier den nun um den Kern der Sache ringen - Trangenderisten und "klassische" Transsexuelle. Oder gibt es da auch noch welche dazwischen?

Vertreter des Transgendermovement stellen oft die gesellschaftliche Konstruktion des Geschlechts in den Vordergrund - ja, wird hier Geschlecht als gewachsene Rollenzuordnung gesehen, deren Zuteilung in männlich und weiblich willkürlich getroffen wurde. Transgenderisten kämpfen nun dafür diese Aufteilung zu hinterfragen... muss es nur 2 Geschlechter geben, oder ist das alles nur Erfindung? Gibt es in Wirklichkeit gar kein Unterschied zwischen den Geschlechtern? Sind alte Mann-Frau-Vorstellungen überaltet und sind solche überkommenen Vorstellungen durch ein Geschlechtsbild zu erweitern, das mehr zulässt? Menschen die sich zwischen den Geschlechtern befinden?

Auf der anderen Seite finden sich dann diejenigem von Transsexualität Betroffenen, die ganz klar in Mann und Frau aufteilen. Mischwesen zwischen den Geschlechtern werden von diesen Vertretern der "klassischen Sichtweise" abgelehnt, ja sehen sie in dem politisch-gesellschaftlichen Kampf der Transgenderisten ein kontraproduktives Engagement, dass zu weiteren Schwierigkeiten bei der Behandlung und Kostenübernahmen hinsichtlich geschlechtsangleichender Massnahmen führen kann.

Selbst hin-und-hergerissen zwischen diesen Sichtweisen bin ich nun zur Überzeugung gekommen, dass beide Sichtweisen stimmen, und doch falsch sind. Würde man nämlich beide Sichtweisen konsequent weiterdenken, dann werden beide irgendwann unlogisch und in-sich-unschlüssig. Nehmen wir zum Beispiel die Transgenderthese, dass Geschlecht nur erfunden ist. Warum gibt es dann überhaupt transsexuelle Menschen? Wäre Geschlecht nur ein gesellschaftlich gewachsenes Konstrukt, so wäre es zwar verständlich, dass es Menschen gibt, die Rollenklischees brechen wollen, aber woher soll denn der ausdrückliche Wunsch kommen, seinen Körper seinem "inneren Geschlecht" angleichen zu lassen (ein Wunsch, der selbst von Experten immer mit dem Wunsch verwechselt wird, sein "Geschlecht wechseln" zu wollen)? Sollte "die Gesellschaft" oder ein wie immer auch anders geartetes Umfeld daran Schuld sein, dass Menschen unter ihren Geschlechtsorganen leiden? Ich kann für mich darauf mit einerm klaren "Nein" antworten.

Gehen wir nun auf die andere Seite, und versuchen "klassisch transsexuell" zu denken. Nun gibt es also Mann und Frau, und tja, eben noch die eigene Transsexualität. Wie passt denn das, wenn es Mann und Frau gibt? Wechselt man nun sein Geschlecht von männlich in Richtung weiblich (oder umgekehrt) mit einer geschlechtsangleichenden Operation? Der Körper als geschlechtsbestimmender Faktor? Wenn das aber so wäre, warum sollte es denn dann den "Wunsch" geben, sein Geschlecht "wandeln" zu wollen? Ach ja richtig - die medizinischen Experten sagen ja, es handelt sich um eine psychische Störung (Geschlechtsidentitätsstörung), eine bei der ein Mensch glaubt, er sei im "falschen Körper" geboren... das hiesse zum Beispiel, dass ein psychisch kranker Mann mittels Geschlechtsumwandlung zur psychisch gesunden Frau wird, die aber antik-biologisch gesehen dann doch keine ist, weil sie ja trotzdem einen männlichen Chromosomensatz besitzt.

Egal wie man es dreht und wendet, egal wie man es sieht, ob Transgender-Sichtweise oder klassisch, irgendwas fehlt am Ende doch immer. Die Ursache bzw. der Grund für das Phänomen. das sich da "Transsexualität" nennt. Das interessante dabei ist, dass es allerdings schon immer transsexuelle Menschen gab. Es wäre doch seltsam, gäbe es keine Ursache bzw. einen Grund für ihre Behauptung im "falschen Körper geboren" worden zu sein. Soweit ist also alles noch "im gründen Bereich" der Vorstellung, oder? Es gibt Menschen die etwas behaupten, aber es wird gerätselt warum sie sowas (Achtung Ironie!) "absonderliches" behaupten, wie im "falschen Körper" geboren worden zu sein. Gut, versuchen wir doch mal, an dieser Stelle des Artikels ein Zitat einzubauen, das (man höre und staune) sogar aus dem Bereich der Psychologie stammt, und zwar aus dem Handbuch der medizinischen Therapie Ausgabe 2005/2006:

"Die Ätiologie der Transsexualität ist bis heute unklar. Über lange Zeit führte das Fehlen von pathologisch fassbaren Parametern bei transsexuellen Patienten zu der Annahme, dass Transsexualität ausschließlich ein psychologisches Phänomen ist, das durch Konditionierung oder soziales Lernen getriggert wird. Die Entdeckung, dass in der pränatalen Entwicklungsphase dieselben Sexualhormone sowohl die Morphologie der Gentitalien als auch die Morphologie und die Funktion des Gehirns beeinflussen, hat zur Hypothese der neuroendokrinen Ätiologie der Transsexualität geführt. Diese Hypothese wurde durch von Zhou und Kollegen publizierte Daten gestützt. Sie entdeckten strukturelle Unterschiede im zentralen Bed-Nukleus der Stria terminalis (BSTc) des Hypothalamus bei Transsexuellen. Diese Hirnregion ist verantwortlich für sexuelles Verhalten und normalerweise bei Männern größer angelegt, als bei Frauen. Bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen wurde ein BSTc, der größenmäßig dem einer Frau entsprach, gefunden."


Pic_StriaSwaab_web.jpg

Eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem der Leser mal tief durchatmen sollte, würde er doch vielleicht über etwas entscheidendes hinweghuschen. Gespickt mit der Zusatzinformation, dass das Gehirn der Sitz des menschlichen Bewusstseins ist, das Organ, dass den Kern der Existenz ausmacht, den Ort, an dem sich gedanklich das psychologische Selbst des Menschen finden lässt, könnte das Durchatmen noch ein wenig effektiver werden. Kann es sein, das sowohl Transgenderisten als auch Vetrtreter der klassischen Mann-Frau-Geschlechtsbildvorstellung Recht haben (aber eben nur zu 99 Prozent) und nur beiden Sichtweisen die entscheidende Konsequenz gefehlt hat, den nötigen Schritt weiter zu gehen und mutig weiter zu denken? Denn was passiert, wenn weiter gedacht wird? Wenn aus Theoriegebäuden praktisches Verständnis über die Wahrheit der Geschlechter wird?

Das Gehirn bestimmt das Geschlecht des Menschen. Der Satz "Ich bin im falschen Körper geboren" ist wahr. Damit ist der Grund für die Behauptung der Inhalt der Behauptung an sich - der Satz sagt das aus, was er aussagt, er ist so offen und direkt, wie er nur sein kann. Ihn nicht voll zu nehmen, ist die eigentliche Krankheit.

50 Jahre im Audiodirektvergleich:


Eric Vilain, M.D., Ph.D. (California), 2005


Christine Jorgensen, 1955

Kommentare
Geschrieben von Kim am 2007-06-10 20:11:01
Zitat: Es sollte f?r medizinische und gesetzliche Beh?rden keine Ausfl?chte davor geben, die Definitionen zu korrigieren und zu aktualisieren, insbesondere dann, wenn es neue Erkenntnisse gibt, da? unsere ?berholten Definitionen einigen unserer Mitmenschen gro?es Leid bescheren. 
 
Professor Louis Gooren, Doktor der Medizin. 2004 

Nur registierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte einloggen!

Powered by AkoComment!

 
< Zurück   Weiter >
 
(C) 2017 Menschenrecht und Transsexualität
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.