Home
Blog
Inhalt
Aktuelles
Suche
Ticker
Buntes
Gesellschaft
Politik
Wissenschaft
Recht
F64.0
Existenzforderung
Archiv
Aktionsmaterial
Download Texte
Freunde
Externe News
Gesetzgebung
Galerie
Filme
Reform-Stimmen
Impressum
Your IP address:
54.224.180.131
  Home
Geschlechtsidentität gibt es nicht
Es ist Zeit deutlich zu machen, dass ich mittlerweile glaube, dass etwas wie eine "Geschlechtsidentität" in seiner Bedeutung als "gender identity" nicht existiert. Unter "Gender Identity" stellt sich die Psycho-Sexologie seit den 60er-Jahren eine soziale Geschlechtsidentität vor. "Gender" ist dabei das "soziale Geschlecht" des Menschen. "Gender Idenity" wurde in einer Zeit erfunden, in der das abweichende, unnormale Verhalten mancher homosexueller Menschen erklärt werden sollte und man nicht bereit war, Homosexualität als natürliche Normvariante anzuerkennen: Anfang der 60er-Jahre. Psychologen behaupteten damals äussere Einflüsse (wie eine falsche Erziehung durch die Eltern) wären für Homosexualität verantwortlich. Sie behaupteten damit auch, dass Homosexualität etwas sei, das erst entstünde.

Mittlerweile weiss man es besser und hat, auch auf Grund zahlreicher Proteste von gay-Rights-Organisationen in den USA, sich von solchen Thesen verabschiedet - zumindest sieht es erst einmal danach aus. Bei näherer Betrachtung haben die Thesen, die auf der Annahme einer sogenannten "psychosexuellen Entwicklung" basieren, überlebt. Diejenigen, die immer noch psycho-pathologisiert werden sind die homosexuellen Menschen, die sich nicht heterosexuell genug verhielten und transsexuelle Menschen. Transsexuelle Menschen sind diejenigen, die noch heute weiterhin von den Ideologien der 60er-Jahren betroffen sind. Sie sind es deswegen, da immer noch behauptet wird, Sexualität sowie Geschlecht hätte etwas mit einer "Geschlechtsidentität" zu tun.

Eine "Geschlechtsidentität" bzw. "gender identity" gibt es aber nicht.

Ich will erklären, warum nicht. Es ist ganz einfach:

Jedes Coming Out ist eine persönliche Befreiung von äusseren geschlechtlichen Erwartungen und Normen.

Ein Mensch, der sich sozial wie seine Genitalien verhalten soll - zumindest wollen das ja stereotype Gesellschaften - erkennt: "da ist etwas anders. Ich muss ehrlich zu mir und meiner Umwelt sein". Er befreit sich von dem Glauben, dass die Genitalien oder andere Körpermerkmale immer eine Aussage über Sexualität oder Geschlecht eines Menschen treffen. Dass müssen sie nämlich nicht.

Ein Coming Out ist also der Prozess der Selbstbewusstwerdung gegen äussere Widerstände. Zu diesen Widerständen gehört eben das Konzept einer "Gender Identity". Das muss deswegen so sein, da "gender" das soziale Geschlecht bedeutet und "Geschlechtsidentität" etwas mit der Umwelt zu tun haben soll. Wenn ein homosexueller oder ein transsexueller Mensch ein Coming Out erleben, dann hat dies aber mit einem Sich-Annehmen, Sich-AKzeptieren und Sich-Selbst-Bewusstwerden gegen soziale Zwänge zu tun.

"Gender Identity" bzw. "Geschlechtsidentität" ist also ein Begriff, der nach wie vor dazu genutzt wird, geschlechtliche Normabweichungen zu psychopathologisieren. Die Begriffe stammen historisch von Psycho-Medizinern und werden heute noch verwendet, wenn es um die Verfügbarmachung von Geschlecht geht. Eine transsexuelle Frau wird von der Psycho-Sexologie als "biologischer Mann" mit "weiblicher Geschlechtsidentität" bezeichnet, um eine transsexuelle Frau nicht als biologische Normvariante, eben als transsexuelle Frau anerkennen zu müssen. Begriffe wie "Transgender" und "Transidentität" kommen der Psychosexologie in ihrer psychopathologisierenden Sicht entgegen, da beide auch davon ausgehen, dass ein Mensch sich wie ein anderer fühlen oder zu einem anderen Menschen werden könne. Betrachtet man die Realität ist beides Unsinn.

Ein Mensch ist, wer er ist.

Genau aus diesem Grund sollte jeder Mensch, der sich aktiv für die Anerkennung geschlechtlicher Normvarianten einsetzt, die ja in der Natur existieren, aber in vielen Gesellschaften immer noch staatlich verfolgt oder als nicht-existent definiert werden (eben auch in Deutschland), kritisch mit den Thesen der Psycho-Sexologie auseinandersetzen, die von einer "Geschlechtsidentität" sprechen. Denn "Geschlechtsidentität" ist ein Begriff, der geschlechtliche Vielfalt unsichtbar machen will.

Achtung: In alten Texten auf dieser Website ist auch von "Geschlechtsidentität" die Rede. Damit war niemals eine soziale Geschlechtsidentität gemeint. Mir war zum damaligen Zeitpunkt nicht klar, dass der Begriff mit einem Weltbild verbunden ist, das geschlechtliche Vielfalt ablehnt. Ich bitte darum, falls ihr über den Begriff stolpert, ihn mit "Wissen über das eigene Geschlecht" zu übersetzen und immer daran zu denken, dass "Geschlechtsidentität" genau DAS nicht heissen soll bzw. nicht heissen kann. Der Begriff "Geschlechtsidentität" ist das Paradoxon, dessen Un-Logik der Hauptgrund für die Pathologisierung geschlechtlicher Normvarianten ist. Es ist deswegen ein Paradoxon, da ein Wissen über sich selbst etwas anderes ist, als ein Wissen über den geschlechtlichen Platz, den eine Gesellschaft für einen selbst zur Verfügung stellen will.

Eine "Gender Identity" kann also NIE das Wissen eines Menschen über sein eigenes Geschlecht bedeuten. Daraus folgt, dass so etwas wie eine "Geschlechtsidentität" als solche nicht existieren kann.

Kommentare

Nur registierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte einloggen!

Powered by AkoComment!

 
Weiter >
 
(C) 2017 Menschenrecht und Transsexualität
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.